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 Delphine und Delphinschutz, Tierschutz und Tierheime in Kroatien
Fred Offline

Dauergast im Kroatien-Forum
Beiträge: 10.522

18.03.2004 11:32
Keine Stellnetze im Schweinswalschutzgebiet vor Sylt !! antworten

Gemeinsame Pressemitteilung von:
Naturschutzbund Schleswig-Holstein (NABU-SH, Neumünster)
Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD, München)
Deutsche Umwelthilfe (DUH, Radolfzell)

Keine Stellnetze im Schweinswalschutzgebiet vor Sylt!
18.03.2004 - DUH, GRD und NABU-SH haben den zuständigen Minister für
Umwelt, Natur und Landwirtschaft aus Schleswig-Holstein, Klaus Müller,
aufgefordert, Stellnetze jeglicher Höhe aus dem Schweinswalschutzgebiet vor
Sylt zu verbannen: “Ein Schutzgebiet, in dem Schweinswale ganz legal als
Beifang getötet werden dürfen, ist eine Farce und eine Blamage für
Deutschland von internationaler Tragweite”. Das zuständige Ministerium in
Kiel stützt die Pro-Stellnetz-Gesetzesvorlage auf eine dänische Studie.
Diese Studie hat zwar zum Ergebnis, dass in den untersuchten
Seezungennetzen kein Beifang beobachtet wurde, während Wissenschaftler in
den höheren Schollennetzen 21 tote Wale zählten. Allerdings weisen die
Forscher ausdrücklich darauf hin, dass die Netz-Höhe nicht unbedingt
ausschlaggebend dafür war, ob Schweinswale mitgefangen wurden oder nicht.
Die untersuchten Schollen- und Seezungennetze unterschieden sich noch in
wesentlichen anderen Merkmalen wie Maschenweite, Jahreszeit, Ort und
Stellzeit. “Somit verbietet sich allein aus wissenschaftlichen Gründen ein
direkter Vergleich dieser Netze, wenn man nur den Faktor Netzhöhe
betrachtet”, argumentieren die Naturschutzverbände.

Ausgerechnet im einzigen europäischen Schutzgebiet speziell für
Schweinswale, das 1999 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
vor Sylt eingerichtet wurde, soll auch in Zukunft mit Grundstellnetzen
gefischt werden dürfen. Diese Art von Netzen ist verantwortlich für den
Beifang-Tod von jährlich sechs- bis achttausend Schweinswalen in der
Nordsee, vor allem in Dänemark und England. Eine derzeit erarbeitete
Anpassung der Küstenfischereiordnung des Landes Schleswig-Holstein böte
zwar die einmalige Chance, die für die Schweinswale tödlichen Fanggeräte
wenigstens aus dem Walschutzgebiet zu verbannen, ein aktueller
Gesetzentwurf sieht jedoch vor, dass Stellnetze bis zu einer Höhe von 1,30
m (bei gestreckter Masche) erlaubt bleiben, weil diese angeblich harmlos
seien. Außerhalb des Schutzgebietes, aber immer noch im Nationalpark,
dürfen natürlich weiterhin höhere Netze gestellt werden.

Ein aktueller Bericht der Bundesforschungsanstalt für Fischerei zeigt dann
auch, dass entgegen den Annahmen des schleswig-holsteinischen Umwelt- und
Landwirtschaftsministeriums sogar in der deutschen Seezungenfischerei in 40
cm hohen Netzen mindestens zwei Schweinswale mitgefangen wurden. Eigentlich
sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass aus dem Schutzgebiet
sämtliche Netze verbannt werden. Auch über Höhenbeschränkungen von
Stellnetzen und andere Maßnahmen außerhalb des Schutzgebietes sollte nach
Ansicht der Naturschützer dringend nachgedacht werden. Interessanterweise
heißt es in einer Veröffentlichung des zuständigen Umweltministeriums aus
2001: “Eine optimale naturschutzfachliche Regelung muss beinhalten: ein
Verbot von Treibnetz- und Stellnetzfischerei jeglicher Art (dies betrifft
dann sowohl die Industriefischerei als auch die Fischerei auf Speisefische)
und das Verbot der Industrie- und Gammelfischerei mit Schleppnetzen...”.

Es ist niemandem vermittelbar, dass in einem Schweinswalschutzgebiet auch
nur irgendeine Form der Stellnetzfischerei stattfindet. Schließlich liegt
es in der Natur eines Walschutzgebietes, dass dort Wale umfassend geschützt
werden sollen. Die Naturschutzverbände wollen sich jetzt gemeinsam dafür
einsetzen, dass wenigstens das Walschutzgebiet im Nationalpark zur
stellnetzfreien Zone erklärt wird, wenn es schon nicht möglich ist, die für
Kleinwale todbringenden Fanggeräte ganz aus dem Nationalpark zu verbannen.

Kontakte:
GRD: Ulrich Karlowski Tel.: 089-74160410 Email: info@delphinschutz.org
NABU-SH: Ingo Ludwichowski Email: Ingo.Ludwichowski@NABU-SH.de

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Gruß Fred

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