So, 02.08.2011 06:00 06:15 3sat Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Die Brücke von Mostar, Bosnien-Herzegowina Ein Bogen über den Abgrund Mo, 02.05.2011 12:45 13:00 3sat Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Die Brücke von Mostar, Bosnien-Herzegowina Ein Bogen über den Abgrund Fr, 25.11.2011 10:05 10:20 rbb Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Die Brücke von Mostar
WDR, Freitag, 24.06., Magazin/Dokumentation 23:30 - 00:15 Uhr WDR-dok Stari Most - Eine Brücke auf dem Balkan
Film von Karsten Klein und Sven Hartung
Überall im ehemaligen Jugoslawien lebten Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und unterschiedlichen Glaubens zusammen - über Jahrzehnte ohne erkennbare große Konflikte. Dann, ab 1991, brach Jugoslawien auseinander und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen bekriegten sich mit unvorstellbarer Härte und Grausamkeit. Heute versuchen die Nachbarn von damals, ihr Zusammenleben wieder neu zu definieren und die Vergangenheit zu verstehen Ein symbolischer Ort für dieses Thema ist Mostar in Bosnien-Herzegowina. Die dortige Brücke wurde im Zuge der Kriege gezielt zerstört - nicht, weil sie strategisch wichtig wäre, sondern weil sie hohen Symbolwert für das multikulturelle Zusammenleben auf dem Balkan hat. Und: Diese Brücke ist mit internationaler Unterstützung wieder hergestellt und im Sommer 2004 wieder eröffnet worden. Die Dokumentation erzählt von Trennendem und Verbindendem auf beiden Seiten der Brücke. Sie folgt der jungen Serbin Yelena, die Mostar mit ihrer Familie am Beginn des Krieges verlassen hat und die nun zurückgekommen ist, um ihr Elternhaus wieder in Besitz zu nehmen und ein neues Leben in der alten Heimat zu beginnen. Mit Hilfe von Emir Balic, einem Freund der Eltern und dem berühmtesten "Brückenspringer" von Mostar, sucht sie nach dem Ort ihrer Kindheit, nach dem Mostar, in dem Kroaten, Serben und Bosnier, Katholiken, Orthodoxe und Muslime zusammengelebt haben. Was war damals stimmig, wo zeigten sich schon damals Risse? Was verbindet diejenigen, die ihre Heimat verlassen haben, mit denen, die wie Emir in der Heimat unter dem Krieg gelitten haben? Wieviel Bitterkeit, wie viel stumme Anklage gibt es zwischen den Bevölkerungsgruppen? Wo kann die vielsprachige multikulturelle Tradition wieder aufleben? Am Ende, wenn die Brücke von Mostar Begegnungen zwischen den getrennten Teilen der Stadt wieder möglich macht, zeigt sich auch, welche Chancen ein neues friedliches Zusammenleben auf dem Balkan hat.
Redaktion: Beate Schlanstein
im Anschluss:
00:15 WDR Brücken über die Drina
Ein Film von Peter Miroschnikow
In den letzten Balkankonflikten war die ostbosnische Grenzregion Schauplatz von entsetzlichen Massakern bei der "ethnischen Säuberung". Die Reportage zeigt eine atemberaubend schöne Landschaft entlang der Drina, einer Flusslandsc haft, die viele Touristen anziehen könnte. Aber am Beispiel von blutigen Konflikten an vier Brücken wird anschaulich, warum sich heute kaum jemand nach Ostbosnien traut. Dabei hat einst Nobelpreisträger Ivo Andric die Geschichte der Brücke über die Drina verewigt. An der jetzt ein zum Kriegsverbrechertribunal in Den Haag geladener Zeuge schildert, wie er muslimische Mitbrüger in die Drina werfen musste. Von einem multireligiösen und multiethnischen Zusammenleben ist auch in Zvomik nichts geblieben. Die dortige Grenzbrücke ist vor allem strategisch wichtig, diente den Serben für ihren Militärnachschub im Bosnienkonflikt. In der Enklave Gorazde konstruierten Muslime unter Beschuss der serbischen Belagerer eine Brücke unter der Brücke. Nur so konnten sie Kranke und Verwundete noch ins Spital ans andere Ufer bringen. In der heutigen bosnischen Serbenhochburg Foca bauten Bundeswehrpioniere eine Pontonverbindung, nachdem die Nato die Drinabrücken zerstört hatten. Deutsche Soldaten versuchen über Kontroll- und Schutzfunktionen hinaus zwischen den Volksgruppen zu vermitteln. Sie leisten, soweit finanziell möglich, auch humanitäre und Wiederaufbauhilfe. Bei der serbischen Kommunalverwaltung wird aber darauf gedrängt, die versprochene Wiedererrichtung der berühmten Aladza-Moschee zuzulassen. Die vereinbarte Rückführung von muslimischen Flüchtlingen muss weiterhin abgesichert werden. Ohne die Illusion, damit ein Zusammenleben wie in früheren Jahrhunderten bewirken zu können.
Ab 1991 brach Jugoslawien auseinander und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen bekriegten sich mit unvorstellbarer Härte und Grausamkeit.
Heute versuchen die Nachbarn von damals, ihr Zusammenleben wieder neu zu definieren und die Vergangenheit zu verstehen. Ein symbolischer Ort ist Mostar: Die dortige Brücke wurde im Zuge des Krieges gezielt zerstört - weil sie einen hohen Symbolwert für das multikulturelle Zusammenleben auf dem Balkan hat. Diese Brücke ist mit internationaler Unterstützung wieder hergestellt und im Sommer 2004 wieder eröffnet worden.
Die Dokumentation erzählt von Trennendem und Verbindendem auf beiden Seiten der Brücke. Sie folgt der jungen Serbin Yelena, die Mostar mit ihrer Familie am Beginn des Krieges verlassen hat und die nun zurückgekehrt ist, um ihr Elternhaus wieder in Besitz zu nehmen und ein neues Leben in der alten Heimat zu beginnen.
Mit Hilfe von Emir Balic, einem Freund der Eltern, und dem berühmtesten "Brückenspringer" von Mostar, sucht sie nach dem Ort ihrer Kindheit, nach dem Mostar, in dem Kroaten, Serben und Bosnier, Katholiken, Orthodoxe und Muslime zusammen gelebt haben. Was war damals stimmig, wo zeigten sich schon damals Risse? Was verbindet diejenigen, die ihre Heimat verlassen haben, mit denen, die wie Emir in der Heimat unter dem Krieg gelitten haben? Wie viel Bitterkeit, wie viel stumme Anklage gibt es zwischen den Bevölkerungsgruppen? Wo kann die vielsprachige multikulturelle Tradition wieder aufleben?
Am Ende, wenn die Brücke von Mostar Begegnungen zwischen den getrennten Teilen der Stadt wieder möglich macht, zeigt sich auch, welche Chancen eine neues friedliches Zusammenleben auf dem Balkan hat.
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Die Brücke von Mostar - Ein Bogen über den Abgrund Bosnien-Herzegowina
Die Brücke von Mostar ist Erbe der Menschheit im doppelten Sinn: Denkmal der Baukunst und Sinnbild für Zerstörung. Und sie ist ein Symbol für Wiederaufbau.
Die 1566 erbaute Brücke "Stari Most" gab der Stadt ihren Namen, in der Landessprache heißt Brücke "Most", und die Brückenwächter wurden "Mostari" genannt. Der hoch gewölbte, steinerne Brückenbogen über die Neretwa verband das Hinterland mit der Adria und ließ Mostar zu einem wichtigen und wohlhabenden Ort werden. Am 9. November 1993 brachten die Granaten der kroatischen Artillerie das weltbekannte Denkmal zum Einsturz. Für viele Bewohner brach damit eine Welt zusammen. In jahrelanger internationaler Zusammenarbeit wurde von 1995 bis 2004 eine Kopie des zerstörten Originals hergestellt. Die Brücke von Mostar ist der erste Schatz des UNESCO-Welterbes, bei dem die Weltorganisation über ihre ursprüngliche Zielsetzung hinausging: Die UNESCO bewahrte nicht nur das Monument, sie unterstützte die Rekonstruktion des zerstörten Denkmals.
Der Film erzählt die Geschichte der Brücke von Mostar
Wiederholung:
04.05.2008
11.45-12.00 EinsExtra Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Die Brücke von Mostar - Ein Bogen über den Abgrund Bosnien-Herzegowina
3sat, Montag, 02.05., 12:45 - 13:00 Uhr Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Die Brücke von Mostar, Bosnien-Herzegowina
Ein Bogen über den Abgrund
Ihre Brücke gab der Stadt Mostar den Namen: In der Landessprache heißt Brücke 'Most', und die Brückenwächter wurden 'Mostari' genannt. Der hochgewölbte, steinerne Brückenbogen des vor rund 450 Jahren entstandenen Bauwerks über die Neretwa ließ Mostar zu einem wichtigen und wohlhabenden Ort werden, denn die 'Stari Most' verband das Hinterland mit der Adria. In das Gedächtnis der Einwohner von Mostar ist vor allem der 9. November 1993 eingebrannt. An diesem Tag brachten die Granaten der kroatischen Artillerie die Brücke zum Einsturz. Nach jahrelanger internationaler Zusammenarbeit wurde eine Kopie des zerstörten Originals hergestellt. Die Brücke von Mostar ist der erste Schatz des UNESCO-Welterbes, bei dem die Weltorganisation nicht nur ein Monument des Weltkulturerbes bewahrte, sie unterstützte auch die Rekonstruktion eines zerstörten Denkmals. Im Juli 2004 wurde diese Brücke feierlich eröffnet.
Der Film aus der Reihe 'Schätze der Welt - Erbe der Menschheit' erzählt die Geschichte des einmaligen Denkmals.
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