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Dieses Thema im Kroatien-Forum hat 159 Antworten
und wurde 16.149 mal aufgerufen
  
 Slowenien-Forum
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Mico Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 659

13.02.2007 19:58
Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Treffen am 15. Februar - Drnovsek und Mesic haben angeblich schon Lösungsvorschlag ausgearbeitet

Llubljana/Zagreb - Im sich verschärfenden Grenzstreit zwischen Slowenien und Kroatien wollen nun die Staatspräsidenten beider Staaten vermitteln. Sloweniens Präsident Janez Drnovsek werde sich am 15. Februar im kroatischen Bjelovar mit seinem Amtskollegen Stjepan (Stipe) Mesic treffen, bestätigte die Laibacher Präsidentschaftskanzlei am Sonntag. Die Zagreber Tageszeitung "Jutarnji list" (Sonntag-Ausgabe) berichtete, Drnovsek und Mesic wollen ihre Regierungen aufrufen, "sich an einen Tisch zu setzen und mit der unnötigen Verschärfung der Lage aufzuhören".

Neuer Tiefpunkt

Die slowenisch-kroatischen Beziehungen hatten jüngst einen neuen Tiefpunkt erreicht, als Ljubljana scharf gegen die von Zagreb an den kroatischen Konzern INA erteilte Erdöl-Explorationskonzession in der nördlichen Adria protestierte. Slowenien sah dadurch sein Staatsgebiet berührt, woraufhin Kroatien dem nördlichen Nachbarn die Beanspruchung kroatischen Territoriums vorwarf und einen Gang zu EU und UNO androhte.

Grenzstreit seit 1991

Die beiden früheren jugoslawischen Teilrepubliken streiten seit Erlangung ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1991 um den Verlauf der mehr als 600 Kilometer langen Grenze. Besonders umstritten ist der Grenzverlauf in der Adria-Bucht von Piran. Slowenien beansprucht mit Verweis auf die Verwaltungspraxis in Jugoslawien einen Großteil der Bucht für sich, während Kroatien eine Teilung in der Mitte anstrebt. Zagreb will Ljubjana auch nicht den verlangten Zugang zu internationalen Gewässern gewähren.

Vorschlag zur Lösung

Mesic und Drnovsek hatten im vorigen August nach einem Treffen auf der früheren Tito-Insel Brioni gesagt, sie hätten bereits einen Vorschlag zur Lösung des Grenzkonflikts ausgearbeitet. Diesen wollten sie der Öffentlichkeit präsentieren, wenn die beiden Regierungen weiterhin auf keinen grünen Zweig kommen sollten. Kroatien verlangt schon seit längerem einen internationalen Schiedsspruch in der Frage, während Slowenien immer noch auf ein im Jahr 2001 von beiden Regierungen paraphiertes Grenzverlaufsabkommen besteht, das der damalige kroatische Regierungschef Ivica Racan jedoch nicht durch den Sabor (Parlament) brachte. Slowenischer Regierungschef war damals Janez Drnovsek.

http://derstandard.at/?url=/?id=2754559


Weiss nicht wieso die Kroaten den Slowenen kein Zugang zu internationalen Gewässern gönnen,denke sie waren schon immer bisschen neidisch auf den kleinen fortgesrittenen slowenischen Nachbarn.

Orebic&Peljesac Offline

verstorben


Beiträge: 10.640

13.02.2007 20:07
#2 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Zitat von Mico
Weiss nicht wieso die Kroaten den Slowenen kein Zugang zu internationalen Gewässern gönnen...
Könnte man genauso gut fragen, warum Slowenien einen solchen beansprucht / beanspruchen kann.

Flipper Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 1.060

13.02.2007 21:05
#3 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Weil sich der Hafen Koper inzwischen zu einem der größten Seehäfen in der nördlichen Adria entwickelt hat und als Warenumschlagplatz, dank der Eisenbahnanbindung nach Slowenien,Ungarn und Österreich, auch noch weiterentwickeln wird.
Somit dürfte auch ein überregionales Interesse an der Konfliktbereinigung vorliegen.

Gruß Flipper

Grüße Werner

Pahuljica Offline



Beiträge: 199

13.02.2007 21:06
#4 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen
Ja, genau! Das zu hinterfragen ist doch wichtiger. Warum und wieso darf und kann Slowenien solch einen Zugang beantragen,... Wie ist, wenn vorhanden, die aktuelle Rechtslage? Was kann man wie mit der Juristerei auslegen. Gibt es einen Ermessenspielraum?

@ Mico
Warum sollte dies Kroatien so einfach gewähren? Ich nehme an, dass auch du nicht ohne genaue Prüfung und Analyse des Sachverhalts ´etwas´ aufgeben würdest.
Und was hat das mit Neid auf das ´fortgeschrittenere´ Slowenien zu tun? Wir sind doch nicht im Kindergarten!

Die Rechtslage wird sich klären!
Und die Entscheidung, wie auch immer sie ausfällt, sollte akzeptiert werden.
Gruß

Mico Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 659

13.02.2007 21:30
#5 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Die Kroaten haben immer etwas an den Slowenen auszusetzen,denke denen passt nicht das dieses kleine Land viel weiterentwickelter ist als Kroatien und schon 3 Jahre in der EU ist.Alpenserben werden sie auch genannt unter der kroatischen Bevölkerung. :D

Daniel Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 4.153

13.02.2007 21:38
#6 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen
Irgendwie halt ich diese Aussage mit Neid usw für großen Quatsch, den du jetzt von dir gibst. Eher vielleicht, dass Serben auf Kroaten wg der Entwicklung neidisch sind

Ich lass mich jedoch eines besseren belehren.
Ribar Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 9.646

14.02.2007 07:05
#7 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

In Antwort auf:
denke denen passt nicht das dieses kleine Land viel weiterentwickelter ist als Kroatien
Einen kleinen unverwüsteten Raum mit Hilfe von großzügigen Sponsoren und Innenarchitekten auszustatten ist wesentlich einfacher als ein marodes Haus auf eigene Kappe ! Denken, dann schreiben !!

Lieber einen Thun als nix tun!

Mico Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 659

14.02.2007 17:22
#8 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Stimmt nicht ganz,Slowenien war schon zu den SFRJ Zeiten allen anderen voraus.

MfG

Livanjka19 Offline



Beiträge: 71

01.03.2007 21:15
#9 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

In Antwort auf:
Weiss nicht wieso die Kroaten den Slowenen kein Zugang zu internationalen Gewässern gönnen,denke sie waren schon immer bisschen neidisch auf den kleinen fortgesrittenen slowenischen Nachbarn.


wir sind vor allem auf die millitär- und wirtschaftsmacht serbien neidisch

Albert ( Gast )
Beiträge:

02.03.2007 12:06
#10 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Kleinkarierter grenzhickhack scheint zwischen Kleinstaaten heute noch üblich zu sein und darüber kann man eigentlich nur schmunzeln. Aber dies dazu zu benutzen einem anderen Land den Zugang zu Internationalen Gewässern zu verweigern, obwohl in Puncto Tiefe und Breite genug Wasser zur Verfügung steht, ist für mich rational nicht nachzuvollziehen und eigentlich nur destruktiv. Ich hoffe, dies wird die EU nicht akzeptieren. Der Europäische Gerichtshof hat z.B. die Elbe bis Hamburg, zwar nur Steuerrechtlich, zum „Europäischen Gewässer“ erklärt und damit Deutschland, und ich meine zurecht, verboten dort Mineralölsteuer zu kassieren.

indy Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 90

02.03.2007 13:48
#11 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Keinen cm³ gibts....

Ribar Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 9.646

02.03.2007 15:33
#12 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Zitat von ribar
In Antwort auf:
denke denen passt nicht das dieses kleine Land viel weiterentwickelter ist als Kroatien
Einen kleinen unverwüsteten Raum mit Hilfe von großzügigen Sponsoren und Innenarchitekten auszustatten ist wesentlich einfacher als ein marodes Haus auf eigene Kappe ! Denken, dann schreiben !!


In Antwort auf:
Stimmt nicht ganz,Slowenien war schon zu den SFRJ Zeiten allen anderen voraus.


Offensichtlich berühren sich die falschen Drähte in deinem Kopf noch immer....!!

Lieber einen Thun als nix tun!

dsoric Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 840

10.03.2007 08:13
#13 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

_________________________________________________
www.soric.de

Christian Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 979

23.05.2007 08:00
#14 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Wieder Grenzstreit zwischen Slowenien und Kroatien
Laibachs Außenminister sieht "weitere Provokation" durch kroatische Landkarte

=> http://derstandard.at/?url=/?id=2890830

Medo ( Gast )
Beiträge:

23.05.2007 08:48
#15 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Ribar brauchst Mico gar nicht auszulachen,wenn er dazu noch recht hat......

BIP pro Kopf in $ (Stand September 1990):
Bosnien-Herzegowina 1.600
Kroatien 3.400
Mazedonien 1.400
Slowenien 5.500
Serbien 2.200
Kosovo 730
Vojvodina 3.250
Montenegro 1.700
Jugoslawien insg. 2.600

Durschnitts-BIP in Prozent SFR Jugoslawien
Die langfristig verschärfte Polarisierung wird statistisch sichtbar, wenn
wir die regionale Entwicklung des Sozialprodukts pro Kopf betrachten. 1951
erreichte Slowenien 170% des jugoslawischen Durchschnitts. Bis 1981 stieg
der Index in dem fortgeschrittensten Landesteil kontinuierlich bis auf 198%.
Die Bewohner Kroatiens kamen 1951 auf 114%, 1981 hatte sich diese Republik
mit immerhin 126% deutlich weiter vom jugoslawischen Durchschnitt abgesetzt.
Während das engere Serbien seinen Anteil mit einigen Schwankungen weitgehend
konstant halten konnte (96,2% bzw. 98,3%), fiel Bosnien-Herzegowina
innerhalb von dreißig Jahren von immerhin 91,3% auf 66,8% zurück. Die
montenegrinischen Vergleichsziffern sehen günstiger aus, zeigen aber den
gleichen grundlegenden Trend. Hier sank der Anteil am Sozialprodukt
gegenüber dem gesamtjugoslawischen Durchschnitt pro Kopf von 83,4% auf
75,5%, im Armenhaus Kosovo sogar von 44,1% auf 30,0%.



Ich frag mich nur,welche diese großzügigen Sponsoren und Innenarchitekten waren.Kannst es
mir sicher erlären,bin immer für Witze zu haben!

und bevor du Unsinn von dir läß,lese erst mal das hier......

Wir sind der EU nicht nackt beigetreten"
Gespräch mit Rado Genorio* über den slowenischen Sonderweg in die Europäische Union und über das "alte" und "neue Europa"

Im Folgenden dokumentieren wir ein Interview, das die Zeitung "junge Welt" mit dem slowenischen Verhandlungsführer im EU-Beitrittsprozess, Rado Genorio, geführt hat (Interview: Werner Pirker).


Frage: Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Slowenien ist am 1. Mai der Europäischen Union beigetreten. Das wird allgemein als eine slowenische Erfolgsstory vermerkt. Wie verlief der Weg von Jugoslawien zur EU?

Rado Genorio: Es gab drei Ebenen der ökonomischen Transformation in Slowenien: von der slowenischen als Teil der jugoslawischen Wirtschaft zur slowenischen Nationalökonomie. Von der sozialistischen Selbstverwaltung zur Marktwirtschaft. Und von der unabhängigen slowenischen Wirtschaft zur Integration in die Europäischen Union. Das ist tatsächlich eine slowenische Erfolgsstory, die sich wesentlich von der Entwicklung in den ehemaligen RGW-Staaten unterscheidet. Da wir auch zu kommunistischen Zeiten offene Grenzen hatten, kannten wir den Westen, die Funktionsweise seiner Demokratie und der Marktwirtschaft besser. Von unserem liberalen Kommunismus aus war der Übergang leichter zu bewältigen. Wir stürzten uns nicht Hals über Kopf in die Marktwirtschaft. Vor allem waren wir für die Ratschläge von IWF und Weltbank wesentlich weniger empfänglich als die Länder aus dem ehemaligen Ostblock. Dort herrschten große Illusionen. Sie haben in der EU-Osterweiterung nur den Vorteil eines großen Marktes gesehen, ohne die notwendigen Umstrukturierungen vorzunehmen. Die neuen politischen Eliten haben blindlings akzeptiert, was ihnen vom Westen diktiert wurde.

F: Was hat Slowenien anders gemacht?

Vor allem gab es bei uns keine Schocktherapie und keine übertriebene Liberalisierung. Slowenien entschied sich für den Gradualismus, für den schrittweisen Übergang. In den vergangenen zwölf Jahren haben wir erfolgreich die Privatisierung durchgeführt und den Bankensektor saniert. Wir sind nicht nackt der EU beigetreten wie andere Kandidaten. Das Bankkapital verblieb überwiegend in slowenischer Hand.

F: Die Wirtschaftsreformen in den osteuropäischen Ländern haben einen weitgehenden nationalen Ausverkauf, vor allem aber eine dramatische Deindustrialisierung bewirkt. Und in Slowenien?

Wir haben nicht nur wichtige Teile unserer industriellen Produktion vor dem Ausverkauf bewahrt, unsere erfolgreichsten Unternehmen expandieren sogar. Das betrifft vor allem den westlichen Balkan. In den letzten beiden Jahren haben wir dort über eine Milliarde Euro umgesetzt.

F: Wie wirkt sich das auf die Lebensverhältnisse der Menschen aus?

Bei uns konnte ein überdurchschnittlich hoher sozialer Standard aufrechterhalten werden. Mitte der 1990er Jahre betrug die Arbeitslosenrate noch 14 Prozent. Zum Zeitpunkt des EU-Beitritts waren es nur noch sechs Prozent, was unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Die uns belächelt haben und voraussagten, daß wir bald Gras fressen würden, müssen nun eingestehen, daß unser Weg richtig war. Slowenien gehört zu den 28 am meisten entwickelten Staaten. In den nächsten zehn Jahren wollen wir zu den Top ten aufsteigen. Was früher unvorstellbar gewesen wäre, daß Slowenien (das österreichische Bundesland; W. P.) Kärnten (wo eine slowenische Minderheit ansässig ist; W. P.) wirtschaftlich überholen könnte, wird in den nächsten Jahren bereits der Fall sein. Heute liegen schon langjährige EU-Mitglieder wie Portugal oder Griechenland weit hinter Slowenien. Vom BIP her befindet sich unser Land auf dem Niveau Spaniens.

F: Wie sieht die Struktur der slowenischen Volkswirtschaft aus?

Wir setzen vor allem auf die »human resources«, weil wir auf wissenschaftlichem Gebiet über gute infrastrukturelle Voraussetzungen und deshalb über ein großes Potential an intelligenter Arbeit verfügen. Große Bedeutung kommt dem Dienstleistungssektor zu, der über 60 Prozent des BIP erwirtschaftet. Slowenien hat den Bankensektor selbst saniert, die Verkehrsinfrastruktur selbst geschaffen. Dafür wurden sechs Milliarden Euro investiert. Der Kredit, den wir von der Europäischen Investitionsbank erhielten, betrug eine Milliarde Euro. Deshalb begegnen wir den neuen Herausforderungen in der EU mit Optimismus. Ein Markt mit 450 Millionen Einwohnern ist eine große Chance für ein Zwei-Millionen-Volk.

F: Es besteht aber auch die Gefahr, daß es im Powerplay der europäischen Hegemonialmächte, von dem die EU beherrscht wird, untergeht.

Slowenien befindet sind an einem geographischen und ethnischen Schnittpunkt in Europa: zwischen dem germanischen und dem romanischen Raum, zwischen deutschen und italienischen Interessen. Bei der Bankensanierung haben wir das deutsche, österreichische und italienische Bankkapital weitgehend ferngehalten und dem belgischen und französischen Kapital den Vorzug gegeben. Das unterscheidet uns von Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Das slowakische Bankkapital zum Beispiel ist zu 100 Prozent in österreichischer Hand. Diese Banken vertreten natürlich österreichische und nicht slowakische Interessen. Bei der Ljubljanska Banka hält die französische Société Générale einen Anteil von 34 Prozent. Der slowenische Staat ist im Bankensektor sehr aktiv geblieben, auch im Versicherungswesen.

F: Slowenien hat eine recht eigenwillige Privatisierung hinter sich. Es kam zu keinem radikalen Bruch mit den selbstverwalteten Eigentumsformen, sondern zu deren schrittweiser Überführung in privatkapitalistische Verhältnisse. Die Vorteile der Selbstverwaltung und des gesellschaftlichen Eigentums sollten der Transformation nutzbar gemacht werden. Hat diese Privatisierungslogik nicht das Mißfallen der westlichen Reformzentralen erregt?

Die Privatisierung beruhte auf der Ausgabe von Vouchers, das sind Zertifikate. Arbeiter und Manager konnten so in ihre Betriebe oder in Fonds investieren, die ihre Aktien treuhänderisch verwalteten. Für das ausländische Kapital haben wir in den 1990er Jahren die Tür nur sehr langsam geöffnet, dem spekulativen Kapital blieb sie verschlossen. Bei Beteiligungen ausländischer Firmen an slowenischen Unternehmen trugen wir dafür Sorge, daß das Know-how und auch das Management in slowenischen Händen blieb. Zwischen 1 300 und 1 400 Einheiten wurden privatisiert. Dies geschah im Zusammenwirken von Voucher-Privatisierung und schrittweiser Kapitalisierung. Natürlich stieß das anfangs auf heftige Kritik von seiten der internationalen Finanzorganisationen. Sie versuchten, auch in Slowenien ihre auf der Schocktherapie beruhenden Konzepte durchzusetzen. Aber wir ließen uns davon nicht beirren. Der Erfolg gab uns recht. Im jüngsten Jahresbericht der Weltbank wird Slowenien als Beispiel für eine erfolgreiche Transformation hervorgehoben. Unserem Land kam zugute, daß es während der ganzen Umgestaltungsperiode eine Mitte-Links-Regierung hatte, die für politische Stabilität sorgte.

F: In Rußland führte die Voucher-Privatisierung zur räuberischen Enteignung des Volkseigentums. Die »Volksaktien« florierten auf dem freien Markt, was die Voraussetzung für die Umverteilung nach oben und die Herausbildung des spekulativen Finanzkapitals schuf. Warum ist das in Slowenien anders verlaufen?

Bei uns wurde, wie schon erwähnt, das Spekulationskapital an die Kette gelegt. Die Umgestaltung des Bankwesens erfolgte unter staatlicher Kontrolle, wobei auch klare politische, in gewisser Hinsicht geopolitische Prioritäten gesetzt wurden. Zudem wurde darauf orientiert, Elemente der Selbstverwaltung in das neue System zu integrieren. Die Angestellten spielen immer noch eine große Rolle in der Verwaltung, wo sie das Interesse der Aktionäre vertreten. Das ist ein flexibles System, das am Erfolg, der Erhöhung der Produktivität, gemessen wird. Das betrifft auch ausländische Kapitalinvestitionen. Sie sind nur da willkommen, wo sie der slowenischen Wirtschaft nützlich sind. Es geht nicht nur um das Kapital, sondern auch um das Know-how.

F: Was Slowenien offenbar gelungen ist, eine den nationalen Besonderheiten entsprechende und die historischen Voraussetzungen berücksichtigende Transformation zur Marktwirtschaft vorzunehmen, wurde während der Milosevic-Ära auch in der Bundesrepublik Jugoslawien versucht. Doch dieser Versuch ist nicht bloß vom Internationalen Währungsfonds abgemahnt, sondern von der NATO mit Bomben abgestraft worden. Was meinen Sie dazu?

Das war eine Manipulation der politischen Eliten um Milosevic, die einzig der Selbstbereicherung diente.

F: Während Slowenien Anschluß an das entwickelte Europa gefunden hat, bleibt der Balkan, von dem sich die Alpenslawen losgelöst haben, der Hinterhof des Kontinents.

Weder Österreich-Ungarn noch das Osmanische Reich konnten den Balkan befrieden. Und auch die EU versagt. Deswegen ist es gut, daß der slawische Geist nach Europa gekommen ist, um die alte Dame auf Trab zu bringen. Sehen Sie sich nur an, was im Kosovo passiert. Da werden Unmengen Steuergelder verschwendet, ohne daß sich irgend etwas positiv bewegt. Slowenien verfügt von allen EU-Ländern über die besten Balkan-Kenntnisse, die es gerne einbringen würde. Aber immerhin gibt es mit Janez Potocnik einen Slowenen als EU-Kommissar für die Osterweiterung.

F: Die Balkan-Probleme dürften doch weniger auf Unfähigkeit als auf bösen Willen zurückzuführen sein. Der Hinterhof soll in Abhängigkeit gehalten, Serbien soll in die Knie gezwungen werden. Es gibt ihn doch noch, den deutschen Drang nach Osten bzw. Südosten?

Inzwischen ist auch die EU an einer Stabilisierung der Situation auf dem Balkan interessiert. Bis dahin gab es in der Region eine Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen geopolitischen Konzepten um die Vorherrschaft – darunter verstehe ich auch den deutschen Drang nach Osten. Will Europa jedoch, auch im Verhältnis zu den USA, als wirklicher Global player auftreten, muß es die Balkan-Konflikte einer europäischen Lösung zuführen. Dazu müssen die Europäer an einem Strang ziehen. Vor allem muß diese Politik transparenter gestaltet werden.

F: Um zu einem mächtigen, wenn nicht zum mächtigsten Global player zu werden, rüstet die EU stark auf. Liegt diese Militarisierung im Interesse Sloweniens?

Die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik macht im Budget nur drei Prozent aus. Es gibt keine Militarisierung. Es gibt aber die Angst vor dem Terrorismus. Die politischen Eliten in den alten Mitgliedsstaaten werden ihre Positionen völlig überdenken müssen.

F: Das klingt nach der Rumsfeld-Formel vom alten und vom neuen Europa.

Europa hat noch nie so wenig auf die USA gehört wie jetzt. Der spanische Ministerpräsident Aznar mußte über Nacht gehen, weil er der Politik der Amerikaner folgte. Berlusconi in Italien fürchtet, die nächsten Wahlen zu verlieren. Mit der Erweiterung ist allerdings eine grundlegend neue Situation entstanden.

F: Der europäische Integrationsprozeß wird von den Menschen in den EU-Mitgliedsländern vor allem als ein Prozeß der Entdemokratisierung wahrgenommen.

Die Slowenen verstehen sehr gut, was in den europäischen Institutionen passiert. Sie durchschauen die Struktur. In Slowenien wurde eigens ein Gesetz über die Zusammenarbeit von Regierung und Parlament in europäischen Angelegenheiten verabschiedet. Slowenien war auch in dieser Hinsicht eine Ausnahme unter den Beitrittsländern. Das Parlament war in die Beitrittsverhandlungen anders als in Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei einbezogen. Jedes Papier ist durch das Parlament und durch die Öffentlichkeit gegangen. Die Nichtregierungsorganisationen und die Zivilgesellschaft waren in den Prozeß involviert.

F: Welche Zivilgesellschaft?

Bei den Verhandlungen waren die Vizepräsidenten der Zentralbank und der Handelskammer dabei.

F: Sie haben an den Verhandlungen seit deren Beginn teilgenommen. Was gibt es darüber zu erzählen?

Anfangs, das war 1995, stritten wir uns vor allem mit den Italienern. Sie wollten die uneingeschränkte Möglichkeit für Ausländer durchsetzen, in Slowenien Grund und Boden zu erwerben. Bei den eigentlichen Beitrittsverhandlungen hatten wir es mit einer Blockadehaltung von seiten Österreichs zu tun. Wien verlangte die Schließung des Atomkraftwerkes Krsko. Es mußte sich von einer europäischen Expertise belehren lassen, daß dieses Kraftwerk modernsten westlichen Sicherheitsstandards entspricht. Auch der dann später erhobene Einwand, Krsko liege in einer Erdbebenzone, wurde widerlegt. Wir sind nicht nachtragend. Doch sollten die Österreicher wissen, daß sie heute in Slowenien präsenter wären, hätten sie sich damals anders verhalten.

Soline 1 Offline

verstorben

Beiträge: 6.078

23.05.2007 10:27
#16 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Evtl. kann uns "Medo" ja einmal erklären, was dieses Gespräch vom 12. Juni 2004, mit dem aktuellen Grenzstreit zwischen Kroatien und Slowenien zu tun hat.

Und weiterhin kann er uns ja auch einmal Auskunft darüber geben, aus welcher Teilrepublik der Politiker stammt, der nach dem 2. WK die Grenzziehung vorgenommen hat, über die jetzt gestritten wird.

Die jetzige Aufregung in Slowenien soll doch nur einer Sache dienen. Die nationalistischen Kreise sollen in diesem Land befriedigt werden, sonst findet die jetzige Regierung keine Mehrheit mehr im Parlament. Nur weil jetzt in Kroatien eine Landkarte veröffentlicht worden ist, in der nach Meinung der Slowenen die Grenze nicht richtig eingezeichnet ist, wird dieses Theater aufgeführt. Nicht mehr und nicht weniger. Frage: Wo bitte schön, hätte sie denn eingezeichnet werden sollen? Ein Possenspiel auf Kosten der Kroaten. Erst vor 14 Tagen hat ein slowenischer Parlamentsabgeordneter eine Landkarte veröffentlicht, nach der ganz Istrien bis nach Rijeka, zu Slowenien gehört. Die Ministerpräsidenten beider Länder haben doch vor ein paar Wochen fest vereinbart, dass über diese Fragen, ein internationales Schiedsgericht entscheiden soll, obwohl in diesem Jahr in Kroatien, noch Parlamentswahlen stattfinden werden. Diese Entscheidung steht allerdings noch aus. Gilt diese Vereinbarung jetzt nicht mehr? Haben diese Herrschaften eigentlich jetzt schon vergessen, was ihnen die Bundeskanzlerin, Frau Merkel, erst vorige Woche gesagt hat? (Den Text ihrer Rede kann man hier im Forum nachlesen)

Diese Fragen sollten doch erst einmal geklärt sein, bevor man hier im Forum, über diese Sache diskutiert.

Pozdrav Soline

S73 Offline




Beiträge: 1.482

23.05.2007 13:13
#17 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

Kennt jemand eine Karte in der die ges. strittigen Grenz-Bereiche/-Gebiete eingezeichnet sind?

Hatte leider nichts gefunden.

Orebic&Peljesac Offline

verstorben


Beiträge: 10.640

23.05.2007 14:03
#18 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen
Sofern es Kopar und die Seegrenzen betrifft:

Medo ( Gast )
Beiträge:

23.05.2007 19:04
#19 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen
@Soline

1. schau nach Ribars und Micos Beiträgen, dann findest du vielleicht selber heraus, was es mit dem Gespräch vom 12. Juni 2004 auf sich hat!

2. Es gibt keine Beweise wer am Ende für die Grenziehung verantwortlich ist, glaube du spielts auf Kardelje an,wenn du was hast poste es,würde mich auch interessiern! Ansonsten ist mir dieser Streit schnuppe, man kann aber nicht so tun das es nur die Slowenen sind...zum streiten gehören immer zwei!

3. tu mal nicht so scheinheilig ob dieser Streit nur von slowenischer Seite vom Zaun gebrochen wird. Kurz....an der Mura verweißt Kroatien auf den Kataster und ihm gleichen Atemzug wird er in der Piran Frage verweigert. ist mir schon klar das man so was nicht in kroatischen Schundblättern zu lesen bekommt, genau wie mit dieser Landkarte hehe Istrien und Reka, in Wahrheit war nur die politische Sitation kurz nach 1945 also die Zone B und die seit Jahrhunderten bis 1945 bestehe Grenze der Gemeinde Piran eingezeichnet! hier diese Karte http://24ur.com/media/document//60015717.pdf, wie man aus dieser Karte einen Gebietsanspruch auf ganz Istrien und Reka herleiten kann ist mir schleierhaft. Das man südlich der Kolpa und Sutla immer so übertreiben muß!

Was das Schiedsgericht angeht sieht es so aus. Kroatien möchte ein Schiedsgericht nur in der Piran-Frage und Slowenien wenn ein Gericht dann über alle strittigen Punkte der gemeinsamen Grenze und hier beissen sich wieder die Streihähne!
Soline 1 Offline

verstorben

Beiträge: 6.078

23.05.2007 19:49
#20 RE: Grenzstreit Slowenien/Kroatien - Staatspräsidenten wollen vermitteln Thread geschlossen

@ Medo

Ähnlich wie bei Mico hat es offensichtlich keinen Zweck, auf sachlicher Ebene mit dir zu diskutieren. Wenn du weiter hier deinen Unsinn verzapfen willst, dann meld dich doch wenigstens erst einmal vernünftig in diesem Forum an. Evtl. kann man dich ja dann doch noch zur Vernunft bringen.
Die Reaktion des kroatischen Präsidenten Mesic fand ich vor 14 Tagen besonders gut. Er meinte sinngemäß, man sollte den Slowenen mal einen Malbuch und Malstifte schenken, damit sie sich ihr Land wenigstens größer malen können, als es in Wirklichkeit ist. Meinen slowenischen Freunden, wird die ganze Sache übrigens auch langsam peinlich. Einer von denen, hat gerade dein Posting gelesen. Obwohl er perfekt deutsch kann, hat er leider nicht verstanden, was du überhaupt sagen willst.

Pozdrav Soline

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