Das Erbe von Aquileja Das Haus Österreich an der Nordadria - Geburtsstätten Mitteleuropas
Nicht erst unter den Habsburgern galten weite Gebiete an der Nordadria, wie etwa Triest und der k.- u.-k. Kriegshafen Pula, als "österreichisch". Schon seit dem 8. Viele Jahrhunderte lang sind in den Gebieten an der Nordadria, darunter Friaul und Istrien, slawische, romanische und österreichisch-deutsche Einflüsse zusammengetroffen. Die Übergänge der Ostalpen waren die Nord-Süd-Verbindung zwischen Kontinentaleuropa und dem Mittelmeer. Zugleich kreuzte dort die Heerstraße zwischen Ost und West, zwischen Balkan und der apenninischen Halbinsel. Schon Julius Cäsar hatte die Bedeutung dieses Raums erkannt - und ihm sogar seinen Namen gegeben. Forum Julii wurde zu Friaul. Dort liegt auch die Stadt Aquileja. Damals war sie die viertgrößte Stadt Italiens, die neuntgrößte des ganzen römischen Weltreiches. Schon seit dem 8. Jahrhundert war das Gebiet zwischen den julischen Ostalpen und der Adria mit den heutigen Bundesländern Österreichs historisch und geografisch verbunden. Im 14. Jahrhundert gerieten weite Teile in den Besitz der Habsburger. Noch heute tragen die Regionen dieser Landschaft alle Merkmale einer österreichischen Vergangenheit.
3sat Samstag | 20.09.2008 14.30 - 15.15 (45 min.) Die Habsburger Franz Joseph I.: Völkerkerker - Hort der Völker (11/12)
Eine europäische Familiengeschichte Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger 640 Jahre - länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet? Nach 1867 beginnt für die Donaumonarchie eine Zeit des Friedens. Im Parlament geben die Liberalen den Ton an. Doch trotz bedeutender Reformen scheitert ihre Politik an der Nationalitätenfrage. Die Bereitschaft zum Fanatismus wächst. Nur Kaiser Franz Jospeh I. hält die Gesellschaft zusammen. Um die Jahrhundertwende entwickelt sich Wien zur Hauptstadt der Moderne. Vorwiegend jüdische Künstler und Wissenschaftler geben der gesellschaftlichen Krise ein Profil. Franz Joseph I. ignoriert diese Zeichen. Er ist beschäftigt mit den schweren Schicksalsschlägen, die das Haus Habsburg treffen: Franz Josephs Bruder Maximilian, Kaiser von Mexiko, fällt 1867 unter den Kugeln eines mexikanischen Hinrichtungskommandos. 1889 nimmt sich der Sohn des Kaisers, Kronprinz Rudolf, das Leben. Er hatte sich mit den Liberalen identifiziert - und war mit ihnen gescheitert. Neun Jahre später, 1898, wird Kaiserin Elisabeth von einem italienischen Anarchisten ermordet. Franz Joseph I. sucht auf dem Balkan einen Ausgleich für die Verluste in Deutschland und Italien. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina 1908 bringt Europa an den Rand des Kriegs. Vergeblich versucht Thronfolger Franz Ferdinand, seinem Onkel eine Föderalisierung des Staats abzuringen. Franz Joseph I. hält jedoch am Dualismus Österreich-Ungarn fest. Am 28. Juni 1914 wird das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajevo von serbischen Nationalisten ermordet - vier Wochen später unterzeichnet Franz Joseph die Kriegserklärung an Serbien und löst damit den Ersten Weltkrieg aus. Mit dem Tod des Kaisers am 21. November 1916 naht das Ende der Monarchie. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte - länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet? Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus? Die zwölfteilige Reihe "Die Habsburger" zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
3sat, Sonntag, 15.08.2010, 06:45 - 07:30 Uhr Flucht in die Größe - 700 Jahre Habsburg
Sie kamen vom Rhein an die Donau und fanden dort ideale Bedingungen für ein Vielvölkerreich. Aus einem Länderbesitz formten sie ein Imperium, das die Grenzen des Heiligen Römischen Reichs weit überschritt. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger rund sieben Jahrhunderte - länger als alle anderen Dynastien Europas. Ihre Herrschaft reicht vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. In dieser Zeit entstand ein Mythos, der heute noch nachwirkt. Man begegnet ihren Spuren an vielen Orten - im spanischen Escorial ebenso wie auf der Prager Burg und vor allem in Wien, der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt. Das 'Haus Österreich' wurde Inbegriff der Habsburger Monarchie. Jahrhunderte lang bot es vielen Völkern Platz, zeitweise gehörten Spanien und die Niederlande ebenso dazu wie Böhmen und Ungarn, Teile des Balkans und Italiens. Keine Dynastie war so europäisch, so vielfach verbunden mit anderen Ländern und Kulturen. In Krieg und Frieden haben die Habsburger mit geschrieben an der Geschichte des Kontinents. Im Westen trugen sie einen permanenten Machtkampf mit Frankreich aus - im Osten wehrten die katholischen Habsburger den Angriff der Türken ab, verteidigten das christliche Abendland gegen den anstürmenden Islam.
Der Film 'Flucht in die Größe - 700 Jahre Habsburg' bietet einen Einblick in die Geschichte des Hauses Habsburg: von den mittelalterlichen Ursprüngen in der Schweiz, über die spanische Linie, bis hin zur ungarisch-österreichischen Doppelmonarchie und deren Ende.
Wiederholung: 16.08., 05:05, 3sat Flucht in die Größe - 700 Jahre Habsburg
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