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Dieses Thema im Kroatien-Forum hat 158 Antworten
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 Sonstiges zum Thema Kroatien und Urlaub in Kroatien
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veli-rat Offline

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Beiträge: 2.468

18.02.2015 23:42
#61 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo die Runde !

da mir @Christian Winkler das "Hölzl" geworfen hat, wofür ich mich herzlich bedanke,
möchte ich über die

SEESCHLACHT bei LISSA (heute VIS)

doch noch etwas schreiben :

Die Flotte (Eskadre) unter Konteradmiral Wilhelm von Tegetthoff erreichte am Morgen des 20.Juli 1866
die Gewässer bei Lissa. Tegetthoff hatte in Summe 27 Schiffe mit etwa 7800 Mann, in 3 Divisionen gestaffelt.
Nur wenige Schiffe waren aus Stahl, die meisten waren aus Holz das nur eher notdürftig mit Eisenbahnschienen
gepanzert war. seine Geschütze waren den italienischen in jeder Hinsicht unterlegen.

Daher hat Er sich nicht lange mit Artillerie- Duellen aufgehalten und ging sogleich auf "Tuchfühlung" - MELEE genannt.
Sein Flaggensignal lautete also : "Den Feind anrennen und zum Sinken bringen" !

Mit Seinem Flaggschiff FERDINAND MAX, unter dem Kommando von Sterneck, konnte Er gleich zu Beginn das vermeintlich
italienische Flaggschiff RE D`ITALIA rammen. Was auch dadurch begünstigt wurde, dass die RE D`ITALIA bewegungslos,
wie am Presentierteller dalag und noch dazu auch eine Lücke in der italienischen Linie entstanden war.

Was weder Freund noch Feind wusste : Admiral PERSANO hatte gerade auf ein anderes Schiff übergewechselt.
Deshalb der STOP ! Und doppeltes Pech : am neuen Flaggschiff war keine ADMIRALSFLAGGE - daher als solches
nicht zu erkennen. FOLGE : die italienische Flotte war praktisch FÜHRERLOS !

... kommen wir zur "Statistik" : Italien verlor 38 Offiziere und 574 Mann, Österreich 3 Offiziere und 35 Mann.

Foto: der "LÖWE" von VIS, am Friedhof auf der Halbinsel, hinter der Kirche.

Quelle: "ÖSTERREICH AUF ALLEN MEEREN", wie schon oben, und "DES KAISERS SEEMACHT" von Hans Hugo Sokol.
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veli-rat Offline

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Beiträge: 2.468

19.02.2015 08:30
#62 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo die Runde !

bleiben wir noch etwas in Istrien - in PULA und Umgebung, gibt es ja noch Einiges:

Die Besiedlung im Altertum ist gewiss - doch leider fehlen die Dokumente.
Erst ab den ILLYRERN können wir die Völker auch benennen : dazu zählen die HISTER,
von denen ISTRIEN den Namen ableitet und die LIBURNER. Letztere waren ausgezeichnete
Seefahrer und bewohnten als solche hauptsächlich die Inseln. JAPODEN und DALMATINER
siedeln in Dalmatien.

Aus ILLYRISCHER Zeit ist nur wenig erhalten. Gerade mal Reste von GRADINE. Das waren
auf Hügel gelegene, mit Ringwällen geschützte Siedlungen. Zugeordnet wird diese Zeit
als Ende der Bronzezeit - zur HALLSTATTKULTUR und zwar zum OSTHALLSTATTKREIS.

Auch KELTEN haben neben und mit den HISTERN gesiedelt. Und GRIECHEN haben Handelsstützpunkte
gegründet. Eine Zeit wo "MULTIKULTI" noch gefunkt hat ? Wir haben nur einige Steine und
bronzene Pfeilspitzen. Eisen ist noch sehr selten.

Etwas nördlich von PULA ist das Illyrische Zentrum NESACTIUM. Klingt aber lateinisch ?
178 und 177v.CHr. erobern und zerstören die Römer diesen Ort.

Aus RÖMISCHER Zeit ist das großartige Bauwerk des AMPHITEARER noch recht gut erhalten.
Davon sind die Fotos im Anhang. War natürlich Ort blutiger Gladiatorenkämpfe. Unzählige
Menschen und Tiere mussten dafür Ihr Leben lassen.
Wird aber noch gelegentlich als Freilicht- ARENA verwendet.

Aus der KuK- Zeit gibt es eine FESTUNG, eine WERFT, und die Mauer welche die
Einfahrt in den Kriegshafen (ab 1850) schützte.

Beachtenswert ist auch der MARINEFRIEDHOF, ein Stück südlich von der Werft.

Noch etwas weiter südlich, auf und in der bergigen Halbinsel, sind noch BEFESTIGUNGEN
aus der TITO- Zeit. Aber Sperrzone.

Bitte alles Nähere im Reiseführer nachlesen.
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Angefügte Bilder:
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veli-rat Offline

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Beiträge: 2.468

20.02.2015 22:37
#63 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo die Runde !

... glaub ich muss das mit der HALLSTADTKULTUR ... etwas aufdrüseln, sonst versteht Ihr nur Bahnhof.
Aber erst nächstes Mal. Vorher brauchts noch :

DIE GRIECHEN

In den meisten Führern sind sie in der Zeittafel gar nicht enthalten - gibt ja schließlich
keine GRICHISCHE EPOCHE in Kroatien. Die Griechen haben nicht eine Provinz BEHERRSCHT -
sondern nur Handel getrieben. Und DAS mit Billigung Ihrer Illyrischen Nachbarn.

Die wichtigste Niederlassung gründete DYONYSIUS von SYRAKUS auf VIS im 4.JH.v.Chr.
Vom Stadtkai beim Fährenanleger vorbei in Richtung Kirchen- Halbinsel, auf der linken Seite.

Auf HVAR (Starigrad) und an der Küste folgten weitere Stützpunkte für den Handel.
EPIDAUROS (Cavtat), ASPALATOS (Split), TROGIR, OSOR, KOPER und PYROS (Piran).

ASPALATOS ist besonders typisch für die Orts- Wahl. Es lag ja unmittelbar neben dem
Illyrischen SALONA, und zwar auf heute noch erhaltenen Klippen. (Etwa HEUTE auf halben Weg zwischen
dem Diokletianpalast und der Marina). Natürlich sind die jetzigen Häuser nur auf den
griechischen Fundamenten errichtet.

OSOR dürfte besonders wichtig für den BERNSTEIN- HANDEL gewesen sein der via Kvarner Inseln
und den griechischen Händlern weiter in Richtung der "Mütter"- Städte ging.

KOPER und PYROS waren die Verschiffungshäfen für den Handel mit Oberitalien.
Für Historiker aber besonders wichtig ist, das griechische Händler mit Hilfe dieser
Handelswege Kenntnis über andere Völker und deren NAMEN erlangten - und darüber SCHRIFTLICHE
AUFZEICHNUNGEN machten. Es sind oft die einzigen Quellen - da nur Griechen und Römer eine
SCHRIFT hatten.

Dieser rege Handel lockte natürlich auch Seeräuber an, welche später besonders für die
Römer ein lästiges Ärgernis waren.

Quelle: "KROATISCHE ADRIAKÜSTE" Nelles Guide.

Fotos : die Reste auf VIS und die Klippen in SPLIT.

.

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veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

21.02.2015 12:20
#64 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo die Runde !

... also wie schon angekündigt :

In den "Kaiser- König- Büchern" , wird gerne geschrieben :
"Das Ende der Römer wurde durch die VÖLKERWANDERUNG ausgelöst !" (sinngemäß)
Das ist genaugenommen NICHT richtig - weil seit der Urzeit eine Bewegung in
den Siedlungsgebieten - also eine WANDERUNG der Völker - festzustellen ist.
Beim Ende der Römern war es eine dramatische Zunahme dieser Bewegungen - eher
ein STURM der VÖLKER. Aber das nur als Vorbemerkung.

Das größte Problem der Historiker ist das Fehlen von schriftlichen Dokumenten
bei vielen Völkern. Nur Griechen und Römer hinterließen diese im Adriaraum.
Von den Anderen gibt es nur das, was ERGRABEN wird. das ist in Erster Linie METALL,
KERAMIK und STEIN. Schilde wurden oft aus Holz und Leder hergestellt - und sind
längst zerfallen. Ebenso Dinge des täglichen Leben, wie Bekleidung und Schuhe.

Als nächstes muss der Begriff VOLK etwas genauer betrachtet werden.
Die Menschen lebten eher als SIPPEN, also mehrere Familien zusammen.
Gesiedelt wurde gerne auf befestigten Hügeln. Der Zusammenhalt dieser
Sippen war nicht so ausgeprägt dass von einem "STAAT" gesprochen werden kann.
(auch die Griechen kannten nur STADT- STAATEN). Also WER gehört zu WELCHEM VOLK -
und WIE heißt es. GUTE FRAGEN - SCHWIERIGE ANTWORTEN !

Die Historiker haben sich sooo aus der Klemme gewunden - indem Sie die Funde verglichen
und quasi nach "Klassen" zusammengestellt, und als "KULTUR" bezeichnet haben.
Und das ergibt folgende VEREINFACHTE Einteilung :

Die URNENFELDER- KULTUR : nur Bronze - keine Eisenfunde.

Die HALLSTATT- KULTUR : Eisen ist das gängige Metall bei Schwertklingen.

Die LA- TENE- KULTUR : ähnlich der Hallstattkultur - aber aus späterer Zeit
und viel feiner in der Ausführung.

Es waren hauptsächlich KELTEN, und sie haben Ihr Siedlungsgebiet westlich verschoben.
(später auch nach Spanien und ENGLAND, wo auch heute noch starker keltischer Einfluss herrscht)
Aber auch die ILLYRISCHEN Völker hinterließen Gegenstände, die der Hallstattkultur zuzuordnen sind.

Die Ursache für die Wanderung der Kelten UND für den Adriaraum,ist im Karpatenraum zu suchen,
von wo immer wieder Völker Druck ausübten.

Ein Sonderfall der Kelten sind die SCORDISCI. Sie zogen ostwärts, kämpften bei DELPHI,
und siedelten am Rückzug zwischen Save, Drau und Donau. Später vermischten sie sich
mit den Illyrern.

Quelle : "DIE KELTEN" Angus Konstam. TOSA- Verlag.

Thofroe Offline

Forenbetreiber / Kroatienforum


Beiträge: 10.257

28.07.2017 13:25
#65 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Vor über zwei Jahren hatten wir dieses interessante Thema im Kroatien-Forum.

Ich möchte das mal aus der Versenkung holen.

-------------------------------
Bei Interesse an Gravuren, Steingravuren oder gravierten Wäscheklammern usw. hier klicken: Gravuren auf Holz, Glas, Metall und Stein.

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

02.05.2018 16:28
#66 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo die historische Runde ! -

... hab kürzlich andere Probleme gehabt - was mich am schreiben hinderte -
ABER zeit für LESEN hab ich dabei reichlich gehabt

... UND dabei ist mir einiges an Widersprüchen aufgefallen.
besonders was die Angaben in den verschiedenen schlauen Quellen zur HERKUNFT der Dinge und Orte betrifft.
hauptsächlich bei :

KELTEN - ILLYRERN - LIBURNERN -und DELMATER

wird scheinbar wild gewürfelt, wessen Kind wir glauben sollen
... nun - hab mich eben selbst schlau gemacht - und nach Tagen der Suche, INTERESSANTES gefunden :

der Begriff ILLYRER wird für zwei unterschiedliche Bedeutungen verwendet.
einmal für das eigentliche Volk - oder sollten wir nicht besser von BUND (wie z.B. vom ATTISCHEN) sprechen.
zum Anderen als OBERBEGRIFF für "alle" Illyrischen Stämme.

Ursache dafür ist die RÖMISCHE Einteilung für die gesamte BALKAN- Halbinsel :
die aus PANNONIEN - THRAKIEN und ILLYRIEN ... besteht ... "basta"!

haben also "alles" in einen Topf geworfen - die Gutesten

möchte Euch hier aber nicht mit dem reich aus Merkwürdigkeiten bestehenden Weg durch die schlauen Quellen langweilen -
sondern komme gleich zur sinnvollsten Einsicht :

die HISTER : siedelten in Istrien, von der Mirna bis zur ARSIA (Rasa) und dem Ucka- Gebirge.

die LIBURNER : von Rasa und Ucka bis zur Krka, und auf den vorgelagerten Inseln.

die JAPODEN : nordöstlich des BAEBIUS (Velebit)

das Siedlungsgebiet der DELMATER : vom TEDADIUS (krka) bis zur Neretva

und südlich des NARON (Neretva) schließlich die eigentlichen ILLYRER.

wo ich fündig geworden bin ?
hier der Link : www.s145739614.online.de/fera/ausgabe11/Pavic2.pdf
der Autor ist : Anto Pavic
die Suchbegriffe : ILLYRISCHE WALLBURGEN und GRADINA- ANLAGEN der späten Bronzezeit
gibt auch weitere Autoren wie : H.Parzinger

Edit: wer unter "Illyrische Stämme" sucht, wird noch alle mögliche und unmögliche Namen finden.
ich habe nur "alle" auf heutigem kroatischen Gebiet gelistet.

... und beste grüße aus wien

Christian Winkler Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 420

02.05.2018 20:08
#67 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

...na servus...schon sehr beeindruckend, wen und was es da alles gab!

Mirno More!
_______________________
MORESAIL - Vorträge über Segeln in Dalmatien

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

07.05.2018 19:35
#68 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo die Runde !

möchte heute etwas über : WIE die illyrischen Stämme SIEDELTEN
schreiben.

sie hatten eine INDO- EUROPÄISCHE Sprache. früher auch indo- germanisch bezeichnet.
es gab aber KEINE EIGENE SCHRIFT !!!
alles was wir über sie wissen stammt aus griechischen oder römischen Berichten.
ist also AUS 3.HAND - und sollte mit Vorsicht eingeordnet werden.

die Menschen lebten auf Hügeln mit eingeebneter Spitze. im Grundriss rund oder oval.
manchmal wurden auch 2 Hügel auf der Spitze eingeebnet - dann war der Grundriss wie eine 8.
bewohnt wurden diese Siedlungen von SIPPEN aus mehreren Familien.

die Befestigung bestand aus Wällen oder manchmal auch aus Stein- Mauern.
es waren aufeinander GESCHLICHTETE Mauern, ohne Mörtel.
wir benennen diese als GRADINA- Anlagen der späten Bronzezeit und zählen diese zur östlichen Hallstadt- Kultur.

jeweils mehrere dieser Gradina waren mit einer (zentralen) Gradina VERBÜNDET.
ein "Stamm" konnte auch mehrere dieser Zentren haben. und diese waren auch Ursprung der späteren Städte.
es gibt also Ähnlichkeit mit den griechischen Stadtstaaten, den Polis.
die zentralen Gradina wurden später oft überbaut und im Mittelalter mit meterdicken Mauern geschützt und erweitert.
ein historischer Albtraum : KEINE Schrift - und die wenigen möglichen Funde ÜBERBAUT !!!

die ebenfalls bestehende Unschärfe bei der SPRACH- WURZEL, wobei es nicht sicher ist welcher von mehreren Namen
illyrisch, keltisch oder eine spätere römische Bezeichnung ist, ist ja noch das kleinere Übel. (siehe die Namen von Zadar)

aber POLITISCH war dieser eher LOSE Verbund - ein entscheidender späterer Nachteil gegenüber den GESCHLOSSEN auftretenden Römern.
WER hat z.B. den Histern geholfen, als die Römer Istrien eroberten ? - ja SPÄTER gab es Aufstände - aber da war es schon geschehen.

die ILLYRER waren hauptsächlich Bauern und Viehzüchter.(Delma = Schaf)
auch gute und zuverlässige SEEFAHRER. auf ihren LIBURNEN genannten Schiffen.
daher betrieben sie auch HANDEL. die "Bernsteinstraße" endete ja nicht im röm. AQUILEIA,
sondern erreichte teils per Schiff - teils über Land die griechischen "Mutter"- Städte und sogar Ägypten.
ARBEITSTEILUNG wurde gelebt und war bekannt - daher gab es auch HANDWERK und METALLVERARBEITUNG.
in späterer Zeit auch Bergbau. (etwa ab 2.JHnChr.?)

Kontakte bestanden zu : KELTEN, PHÖNIZIERN, VENETERN, GRIECHEN (Hellenen) und später nicht gerade freiwillig zu den RÖMERN.

diese Menschen hatten noch das ARCHAISCHE Lächeln. es gab damals weder Grafen noch Fürsten !
die Stammesoberhäupter dürften eher natürliche Autorität gehabt, oder ähnlich der polnischen "Heer"- Könige
für einzelne Kriegszüge oder Ereignisse gewählt worden sein. wir wissen es NICHT !

229 vChr. versuchte Königin TEUTA noch den Römern Wiederstand zu leisten.
177 vChr. besiegten die Römer die HISTER in NESACTIUM bei Pula.
um 33 v.Chr. hatten die Römer letztendlich alle Illyrischen Aufstände niedergeschlagen.

ILLYRISCHE Stämme lebten von etwa 1200 bis 1000 vChr. (späte BRONZEZEIT)
bis ins 2.JHnChr. im heutigen KROATIEN, und wurden später "ROMANISIERT"

unter den Römern wurden die ILLYRISCHEN PROVINZEN ins "REICH" eingegliedert.
die so zu römischen Bürgern gewordenen Illyrer stellten zahlreiche Soldaten und röm. Beamte.
der wichtigste, DIOKLETIAN wurde sogar römischer Kaiser, und einer der wenigen Kaiser, die im BETT gestorben sind.

das TOLERANZEDIKT von Kaiser KONSTANTIN von 313 nChr. beendete die Christenverfolgung.

die FRÜHCHRISTLICHE Zeit mit Bauten wie der EUPHRASIUS BASILIKA in Porec begann.
politisch versuchten die BYZANTINER (Ost-Rom) nach Teilung und Untergang von (West-) ROM,
wenigstens Teile des Reiches zu retten.
in diese Zeit dürfte auch die byz. Festung TURETA und jene Basilika auf deren Fundamenten die "GOSPE O TARCA" steht.

im 5.JH.nChr. bricht die VÖLKERWANDERUNG über den Adriaraum herein.

die Westgoten unter ALARICH
die Ostgoten unter THEODERICH (Dietrich von Bern) und der Oberhoheit von Byzanz,
besiegten auch noch den germanische ODOAKER in Italien.

ebenfalls im 5.JH.nChr. kamen auch noch HUNNEN, WANDALEN (Vandalen), und LANGOBARDEN

die Westgoten zogen schlussendlich bis Spanien - wo aus GOTAlonien - KATALONIEN wurde.

im FRÜHEN MITTELALTER kamen die ersten SLAWEN ins Byzantinische Reich
und im 9.JH.nChr. die "Slawenapostel" KYRIL und METHOD.

die Illyrischen Stämme haben nicht geendet - sie sind in den nachfolgenden Völkern aufgegangen.

sooo wie wir auch nicht wissen WER VOR diesen hier siedelten.
.

´seesternchen42 Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 114

08.05.2018 09:51
#69 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo, veli-rat,
fein, dass Du zu diesem Thema so viel zu erzählen weisst!
Da hat sich ja Deine "Lesepause" für uns wirklich günstig ausgewirkt . . .
Interessiert mich sehr, macht mich aber direkt auch ein bisschen "schwindlich"!

Danke und liebe Grüße!

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

08.05.2018 12:14
#70 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

... na - und mich erst !
hab`s nicht gezählt aus wie vielen Büchern und Beiträgen ich diese Dinge "herausgefiltert" hab.
wird ja Leider soooviel Unsinn (pardon : SINNFREIES !) geschrieben

aber Gott sei Dank - hab ich ja einen wirklich guten Professor gehabt
der uns die Freude an diesen dingen NICHT durch "Kaiser - König - Kunde" verleidet hat.

UND vielen Dank für Deinen Beitrag
.

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

09.05.2018 18:53
#71 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

hallo die Runde !

... hab in meinen bisherigen Beiträgen die ungeliebten JAHRESZAHLEN einfach weggelassen
DA es aber sooo ganz OHNE wieder auch nicht funkt - möchte ich jetzt eine ZEIT - SKALA nachreichen.
gelten soll sie für ILLYRIEN (Kroatien) und angrenzende Regionen, bis - sagen wir - ins 16.JHnChr ?
denke später gibt es weder Berichte noch Zusammenhänge mit den Illyrern.

zusätzlich zu den direkten Illyrischen Ereignissen, sind auch wichtig scheinende, zur gleichen Zeit,
aber in einem anderen Zusammenhang stehend, in die Liste aufgenommen.
dadurch, so hoffe ich, soll ein besserer Überblick der Ereignisse erlangt werden.

Orte in BLOCKSCHRIFT stammen aus der Bronzezeit, solche in Druckschrift sind die heutigen Namen.
z.B.: LISSA , Vis

wenn die genauen Jahreszahlen NICHT gesichert sind, ist nur das betreffende Jahrhundert angegeben.
z.B.: 3.JHvChr. oder 2.JH+ (nChr.). die Schreibweise ist absichtlich etwas unterschiedlicher gestaltet.

wenn ein Ereignis über einen längeren Zeitraum gedauert hat : z.B.: vom 4. bis ins 6.JH+ ....

oder wenn es überall etwas früher oder später war : z.B.: 1000- 800 vChr. für den BEGINN der Eisenzeit ...

über Probleme mit der DATIERUNG an sich, dem Kalender und dem Jahr O - siehe Beitrag # 13 13 - ES GIBT KEINE ZUFÄLLE !!!

die schlauen Quellen findet Ihr am Ende der Liste -
UND nun wünsche ich viel Vergnügen.

die angehängte Liste ist im JPG- Format gescannt
wenn Ihr diese einzeln anklickt können sie noch etwas vergrößert werden.
.

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´seesternchen42 Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 114

09.05.2018 19:04
#72 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Wow, Veli,
da hast Du aber o r d e n t l i c h geschuftet!
Ich werd versuchen es auszudrucken, dann kann ich mir die Geschichte in kleinen Portionen "einverleiben" :).

Danke jedenfalls für Deine Mühe!
LG und einen schönen Feiertag morgen, vielleicht auch mit einigen "outdoor"-Aktivitäten, damit der Kopf wieder frei wird?
Und: Sooooo einen Geschichtsprofessor hätt ich auch gerne gehabt!

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

09.05.2018 19:23
#73 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

... na ja - 3 bis 4 Tage - ABER nur für die Formulierung.
für die Sichtung war es mindestens 3x so viel - lässt sich aber nicht trennen -
weil ja noch andere Themen vorbereitet wurden. jedenfalls ein BERG Zettel !

UND die Geduld meiner Chevica hab ich auch beansprucht
... aber jetzt sieht Sie das Ergebniss ...

HOFFENTLICH SCHREIBEN all Jene - die eine FRAGE haben !!! - DAZU haben wir ja dieses FORUM !!!
und grüße aus wien
.

AlexandraB. Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 84

10.05.2018 08:16
#74 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Vielen Dank dafür !

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

14.05.2018 12:16
#75 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo die Runde !

... hab noch einiges über den ILLYRISCHEN Stamm der HISTER gefunden :

das Siedlungsgebiet war, wie schon gesagt, von der Mirna bis zur ASIA (Rasa)

es wurden 136 Hügel mit GRADINA- Anlagen aus der späten Bronzezeit gefunden.
für mich ist MONTONA (Motovun) ja der Inbegriff einer Illyrischen Siedlung.
leider passt die "moderne" Bebauung der Hügelspitze so gar nicht ins Bild einer Wallburg.
diese späteren Überbauungen und die fehlende eigene Schrift, ist die Ursache so mancher Probleme.
ob es damals schon TRÜFFEL gab ?

die HISTER betrieben hauptsächlich Ackerbau, und ein wenig Handel über die nahe vorbeiführende
BERNSTEINSTRASSE. über Handwerk ist nicht viel aus den späteren römischen Berichten zu finden.
die "ergrabenen" Befunde geben ja keine Auskunft ob am Fundort gefertigt - oder im Tauschhandel erworben.
jedenfalls war Metall, Salz, Vieh, Holz, Sklaven, Keramik, Wein, Bernstein und später auch Quarzsand
aus der Mirna, die Güter, mit denen gehandelt wurde.

auf Brijuni sind Funde aus der Altsteinzeit erhalten, und Fundamente aus der späteren byzantinischen Zeit.

über die "zentralen" histrischen Gradina- Orte sind diese Namen zu finden :

ORSERA = Vrsar
VALLE = Bale
DIGNANO = Vodnjan
AEMONA = Novigrad, hatte auch eine griechische Kollonie.
ALBONA = Labin, war an der Grenze zu den LIBURNERN, und hatte später KOHLE- Bergbau.
MUTILLA und FAFERIA ist zu finden - aber nicht zuordenbar.

NESACTIUM einige Kilometer östlich von Pula, war die "Hauptstadt" der Hister.
nachdem die Römer AQUILEIA gegründet, und Legionen dorthin verlegt hatten,
begannen sie mit der Eroberung von Histrien. sie führten viele Wagen mit Gurken mit sich,
als Ersatz für mangelndes Wasser. der histrische König EPULO ließ sich an der Südspitze von
Istrien, in dem besagten Nescatium von den Römern einschließen.

177 vChr. wurde NESCATIUM von den Römern zerstört.

warum die übrigen Illyrischen Stämme den Histern nicht (oder nur unzureichend) zu Hilfe eilten ?
warum das Abgeschnitten sein, riskiert wurde ? wir wissen es nicht.

danach bauten die Römer sofort eine Straße von AQUILEA nach Pula
und gründeten neue Städte :

PARENTIUM = Porec
REGINIUM = Rovinj
PINGUENTUM = Buzet
VASIANUM = Fazana

wie ist das : NesactiUM soll ein HISTRISCHER Ort - und AquileiA und PulA eine RÖMISCHE Gründung - sein ???
UND WAS ist mit den Endsilben ??? .... die sp..... doch - die RÖMISCHEN Geschichtsschreiber !
haben wir hier die erste römische "Zeitungsente" ???

verbleibt mir noch die Nachbar- Völker der Hister aufzulisten.
zuerst im Norden: ETRUSKER, PHÖNIZIER, VENETER und PANNONIER.
die LIBURNER, ebenfalls ein illyrischer Stamm, im Süden.
gute Kontakte auch zu den GRIECHEN, nach NORICUM und zu den KELTEN.

als die RÖMER nun Histrien erobert hatten, setzte eine "Romanisierung" ein.
die "PPAX ROMANA", der Frieden UNTER den Römern wurde ausgerufen.

Pula bekam sein AMPHITHEATER, in dem auch Seeschlachten nachgestellt wurden. Fotos siehe Beitrag #62
Porec war Heimat der frühen Christen (3.JhnChr.) und bekam seine EUPHRASIUS- BASILIKA.

... aber WO blieben die Hister NACH der "PAX ROMANA" ? ... ist eine GUTE FRAGE
.

´seesternchen42 Offline

Mitglied im Kroatien-Forum

Beiträge: 114

15.05.2018 18:50
#76 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Danke für die neuen Informationen, sehr interessante Bilder entstehen dadurch . . .
LG!

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

16.05.2018 10:46
#77 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

... und ich bedanke mich für die Beiträge von
@´seesternchen42
und @AlexandraB

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

16.05.2018 16:24
#78 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

Hallo - die historische Runde !

heute möchte ich noch etwas über die LIBURNER schreiben.
so wie die Hister ein ILLYRISCHER Stamm (oder doch besser BUND)

das Siedlungsgebiet von der Rasa und dem Ucka- Gebirge an der Küste bis zur Krka,
und die vorgelagerten Inseln. ARISA=Rasa, TEDANIS=Krka.

die LIBURNER waren in erster Linie ausgezeichnete Seefahrer und Händler.
ihre Schiffe, die LIBURNEN, bauten sie mit großem Geschick selbst.
in günstigen Lagen wuchsen Oliven, Feigen und Wein. dazwischen weideten Schafe.

LAURINA oder LAURIANA = Lovran und bedeutet Lorbeer. Lovran schließt an das Gebiet
der Hister an. an den Hängen des Ucka wachsen bis heute Maronen - und weisen uns damit auf
das besonders milde Klima hin. ist später Schauplatz einer Schlacht zw. Karl d.G. und den Kroaten.

TARSATICA = Rijeka. die ersten Befestigungen am Berg TRSAT bauten die LIBURNER mit geschichteten,
Zyklopenmauern ohne Mörtel. später natürlich auch die Römer. eine Marienkirche ist auch dort.

an der Küste ist der nächst Ort: SENIA = Senj mit der Uskokenburg NEHAJ v. 1558. die erste Straße nach
Süden, die "Josephina", gibt es aber erst seit 1779. bis dahin war hier "Endstation" !

aber auf den Inseln geht es weiter. CURRICUM oder CURICTAE = Krk. erinnert uns an die GLAGOLIZA, hat ein
altes Franziskanerkloster bei Punat. die Tafel von Baska (12.JH+) wurde auch auf dieser Insel gefunden.
UND das Meer davor ist Schauplatz einer spä. Seeschlacht zwischen Cäsar und Pompejus.

weiter vorne liegt die Doppel- Insel APSYRTIDES (gr.) = Cres UND Losin ! den 1. schmalen Kanal bei Osor
haben erst die Römer gegraben. und damit sind wir schon beim von den Griechen gegründeten APSORUS.
es hat eine weit geschwungene Bucht. nach Süden geschützt und die Hügel nach NE nicht ZU hoch. damit bot dieser
Ort optimalen Schutz gegen Jugo und Bora. am eher flachen Strand konnten die Schiffe herausgezogen werden.
Anker waren damals ja kaum in Verwendung.
dieses Osor war eine wichtige Etappe zwischen AQUILEIA (röm.) und den griechischen "Mutter"- Städten.
später, unter den Römern hatte APSORUS unvorstellbare 20.000 Einwohner !!!
außerhalb der römischen Stadtmauer, weideten Schafe, und hoch am Himmel kreisten Geier, die dafür
sorgten, dass auch ja nichts von einem (Schaf-)Unglück überblieb. die Kuna- Münze hat auch hier seinen Ursprung.

der Ort Cres hieß CRESPA, und am Steilhang vom 378 Meter hoch gelegenen Lubenice segelten damals auch schon die Geier.

in Mali Losinj gab es schon bald Schiffbau, auf der noch weiter draußen liegenden Insel Susak, Wein. auf LEHM- Boden !
und ein Stück weiter südlich, auf Ilovik eine typisch ILLYRISCHE WALLBURG auf dem Hügel STRAZA.
hier wurde die Bucht Parzine mit ihrem flachen Sandstrand als "Hafen" verwendet.

ARBA = Rab : hieß griechisch MENTORIDES. LIBURNISCHE Reste gibt es in der Nähe von Lopar.
im Mittelalter ist Rab berühmt für seine Armbrustschützen, und von Marinus berichtet auch jeder Fremdenführer.

die nächste Insel ist PAGUS, Pag. CISSA nahe Novalja war der liburnische Hauptort.
es sind dort Fundamente einer frühchristlichen Basilika und Mosaiken aus dem 4. oder 5. JH+
Pag hatte SALZ, Schafe und Schafkäse
damit die Schafe genügend Weideflächen hatten, wurde der Vegetation mit BRANDRODUNG zu Leibe gerückt !
... das Märchen von den "bösen Venezianern" ist erstunken und erlogen

und damit kommen wir zum LIBURNISCHEN Kerngebiet : der "RAVNI KOTARI"

AENONA = Nin, war der wichtigste Hafen, und Ausgangspunkt der liburnischen THALASSOKRATIE, der Seeherrschaft über
diese Region. der Hafen wurde von einer WALLBURG auf Vir geschützt. auch rund um dieses Gebiet waren ILLYRISCHE Orte.
in der Nähe finden wir auch Sv.Kriz, die kleinste Kathedrale der kroatischen Christen.

NEDIUM = Nadin, ASSERIA nahe Benkovac, SCRADONA = Skradin war mit seinem Hafen auch ein Hauptort.
und BRUNUM nahe der Krka. es hatte bis zu 30 Meter dicke geschlichtete Mauern und war später unter den
Römern ein Legions- Lager.

ARAUSA war Vodice, und COLENTUM war Murter, wo eine liburnische GRADINA auf einem nahen Hügel ist.

auf Kornat finden wir große Felder für Wein, Oliven, Feigen und Schafen. Steinäxte und Illyrische Grabhügel
zeugen von der frühen Besiedlung, die von einem gut erhalenen BYZANTINISCHEM Turm bewacht wurde.

bleibt noch von Zadar zu berichten. es hieß IADER, JADERA, DIADORA und ZARA. alte Inschriften nennen IDASSA und JADAR.
es wurde 1202 (oder 1204) von den Kreuzrittern des 4.Kreuzzug zerstört. Enrico Dandalo, der blinde Doge, verlangte
dies von den Kreuzrittern quasi als "Fuhrlohn" !!! nur die Kirchen blieben stehen

ich sage : DAS waren RAUBRITTER und keinesfalls Christen !!!

... und viele Erinnerungen - beim lesen
.

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

16.05.2018 17:04
#79 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

... noch ein kleiner Nachtrag zu BURNUM

vom römischen Historiker PLINIUS (d.älteren) wissen wir über die in
BURNUM stationierten Legionen einige interessante Details.

dort war die Legion XX Valeria Victrix. hatte ein Wildschwein als Emblem.
dann die Legion XI Claudia Pia, und
die Legion III Flavia Felix stationiert.

BURNUM war so etwas wie ein Trainingslager, und hatte auch die Aufgabe
die nahe Krka zu überwachen.

bei einem Gefecht mit den Ostgoten wurde Burnum zerztört.

... hab das im vorigen Beitrag NICHT schreiben wollen, weil eben RÖMISCHE Geschichte,
und das Thema sind doch oben die LIBURNER - aber interessant ist es sicher.

es ist m.M. nach nicht möglich die ILLYRER und z.B. die RÖMER total streng
auseinanderzuhalten. so kleine "Hinweise" auf andere Zusammenhänge geben ein "runderes" Bild.
ABER : irgendwo soll eine Grenze auch sein - - - sonst erfinden wir das "historische Perpedum Mobile"


.

veli-rat Offline

Mitglied im Kroatien-Forum


Beiträge: 2.468

16.05.2018 19:59
#80 RE: auf den Spuren der Vergangenheit. antworten

... noch ein Nachtrag zu : DOGE

das ist auch sooo ein Rand- Thema -- weil nur indirekt der Zusammenhang besteht.

DOGE kommt von DUX - und bedeutet Herzog.
also DER, der vor dem Heer, (an der Spitze) her- zog (ritt) !
das war nicht nur ein Titel - sondern auch eine sehr WICHTIGE Funktion.

in diesen historischen Zeiten wurde ja nicht in der uns bekannten Weise "einberufen",
sondern quasi von OBEN nach UNTEN ! und ein "stehendes" Heer gab es auch nicht.
der (Heer)- König befahl seinem HERZOG das Heer zu sammeln.
dieser gab den Befehl an die OBRISTEN weiter - diese wiederum an die CAPITAN`s - und sooo weiter nach unten !

die VENETER mussten von 452 bis 568 beginnend, vor den Hunnen und später den Langobarden, flüchten.
zunächst auf die Inseln der Lagune. Amtssitz des (gewählten) DOGEN war erst einmal die Insel HERACLEA.
bald wurde umgesiedelt - nach MALAMOCCO - auf den heutigen Lido. und 810 schließlich nach RIALTO.
Venedig erreichte den Gipfel seiner Macht im 12.JH+ und begann Mitte des 14.JH+ mit dem Bau des Dogenpalast
am Markusplatz.

sensationell daran war : die "umgekehrte" Fassade. UNTEN filigran und OBEN massiv. des weiteren die Böden aus TERAZZO !
eine venezianische Erfindung. in die oberste Estrichschicht wurden bunte Steine eingedrückt - und nach dem Härten
mussten Sklaven (von denen es ja genug gab) schwere Basaltblöcke darüber ziehen. BIS der TERAZZO glatt geschliffen war.
UND das "non plus Ultra" - Staats- Gäste wurden mit dem SCHIFF direkt zum prächtigen Markusplatz gebracht
(nicht wie die heutigen Touris - von der falschen Seite)

und jetzt zu ENRICO DANDALO : er war NICHT NUR auf seinen Augen BLIND - er war auch POLITISCH BLIND !
er war quasi der erste Kaufmann - der seinen Besten Kunden umbrachte !

nachdem es mit ZADAR sooo gut gelaufen war - packte Ihn die schiere Gier. er erpresste die Kreuzritter zu einer
weiteren Schandtat. an Stelle Jerusalem zu befreien - hat er sie nach KONSTANTINOPEL "umgeleitet"

nach der Plünderung dieser großen Stadt konnte Dandalo viele Schätze nach Venedig bringen. die bronzenen Pferde
die jetzt auf der Basilika dem industriellen Dunst ausgesetzt sind, die "4 Mohren" die ja den römischen Kaiser
DIOKLETIAN und seine Mitregenten darstell, und vieles mehr.

für den Moment war er der gefeierte Held - aber die Geschichte lehrt uns : mit Dandalo begann der ABSTIEG !
das durch Ihn geschwächte Konstantinopel konnte sich nicht mehr lange halten - und wie die Dominosteine
fiel eine Bastion nach der Anderen. 1453 war der Glanz der "Serenissima" dahin.

im 18.JH+ konnte Venedig nichts entscheidendes gegen Napoleon aufbieten.

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