So lange der Iran-Krieg tobt, werden die Öl- und Gaspreise auf hohem Niveau bleiben. Da werden auch die paar russischen Tanker nicht helfen und die Freigabe von Ölreserven auch nicht. Zudem müssen die Reserven hinterher wieder aufgefüllt werden. Das erhöht die Nachfrage und somit auch den Preis.
Noch scheinen ja im Wesentlichen nur die Preisbörsen verunsichert, die den Preis nach oben schnellen lassen. Die Versorgung scheint aber noch gesichert zu sein. So sagt man uns zumindest. Was passiert aber, wenn es da unten länger dauert? Ist dann die Versorgung ebenfalls kein Problem? Eins kann man aber wohl schon mit Gewissheit sagen, länger anhaltende hohe Ölpreise werden die Inflation erneut befeuern. Nicht nur an den Tankstellen und beim Heizen wird es teuer bleiben. Auch viele Produkte werden im Preis anziehen, da die Transportkosten steigen und die Produktionskosten bei energieintensiven Dingen. Vielleicht wird auch Pflanzenöl knapp, weil wohl schon jetzt Nutzer älterer Dieselfahrzeuge wieder auf die Idee kommen, ihren Kraftstoff mit Rapsöl zu strecken. Damit spart man schon einiges. 50 Cent und mehr pro Liter sind realistisch. Ich habe selbst jemandem mit einem Korb voll Ölflaschen aus dem Aldi kommen sehen. Es könnte natürlich auch ein Gaststätteninhaber sein können oder ein Großküchenbetreiber. Vielleich war es aber auch jemand, der sein Kraftstoffkosten verringern wollte.
Heizölpreise mit leichter Beruhigung (etwa -4 ct/l). HEL Ø-Preis Freitagmorgen bei 1,39 EUR/Liter. Iran verstärkt seine Gegenwehr und erschüttert gesamte Golfregion. Straße von Hormus bleibt noch länger unpassierbar. USA lockern Sekundärsanktionen für 30 Tage. Konjunktur- und Inflationssorgen nehmen stark zu.
Die USA lockern ihre Sanktionen für russisches Öl auf See, während der Iran mit einem tiefen Schock für die Weltwirtschaft droht und seine Angriffswellen auf punktuelle Ziele in der Golfregion noch verstärkt. Die wichtige Meldung von Donnerstag war, dass im Persischen Golf vor der Küste des Irak ein beladener Öltanker brennt. Auch wurde ein großes Frachtschiff getroffen und brennt aus.
Washington erteilt anderen Ölimportländern eine 30-tägige Lizenz um russisches Rohöl und Ölprodukte in Ausnahme der Sekundärsanktionen kaufen zu können. Bedingung ist, dass sich das Öl bereits auf Tankern auf See befindet. US-Finanzminister Bessent erklärte, dies sei ein Schritt zur Stabilisierung der durch den Iran-Krieg erschütterten globalen Energiemärkte. Außerdem werden die USA 172 Mio. Barrel Rohöl aus ihren SPR-Lagern auf den Markt bringen. Zuvor hat die IEA am Mittwoch 400 Mio. Barrel aus eingelagerten Reserven für den kommerziellen Markt freigegeben.
Das alles zeigt, wie groß die Sorgen sind und wie kritisch sich die Lage darstellt. Keiner kann sagen, ob die Straße von Hormus absehbar wieder passierbar wird. Die Weltwirtschaft hängt diesbezüglich am Tropf. Die Rohölpreise bewegen sich weiter im Bereich von 100 Dollar je Barrel.
Wegen der Blockade der Straße von Hormus kann das in der Golfregion geförderte Öl und Gas derzeit nicht per Tanker zu den Abnehmerländern transportiert werden. Viele hundert Schiffe warten beim Persischen Golf auf die Möglichkeit einer Ein- oder Ausfahrt. Der saudische Ölkonzern Aramco sieht katastrophale Folgen für den Fall, dass die Straße von Hormus blockiert bleibt. 20% der Weltölversorgung müssen durch dieses Nadelöhr. Mit der bereits elf Tage andauernden Nichtpassierbarkeit ist die Ölproduktion weltweit gesehen bereits um über 6% zurückgegangen. Die Anrainerstaaten des Persischen Golfs sind gezwungen ihre Ölfördermengen zu drosseln. Dortige Zwischenlager stoßen bereits an ihre Kapazitätsgrenzen.
Erstmal wird es schlimmer, bevor es besser wird
Der Krieg hat sich zu einem Flächenbrand für den Nahen Osten entwickelt. Der Iran attackiert die gesamte Regionen, vor allem Golfstaaten mit Raketen und Drohnen. Mit der quasi Dichtmachung der Straße von Hormus ist inzwischen sogar die Weltwirtschaft fatal getroffen. Die Ölpreise wurden steil nach oben katapultiert, was fatale Teuerungswirkung auf viele Bereiche der Weltwirtschaft hat.
46 Jahre lang war Irans vielfache Drohung, die Straße von Hormus zu schließen, ein glaubwürdiger Bluff. In den Jahren 1980, 2008, 2012, 2018, 2019 und 2025 drohte Teheran mit solchem Schritt. Und jedes Mal schrak der Ölmarkt zusammen, zuckte mit den Achseln und machte am Ende wieder weiter.
Diesmal Mal ist es anders. Es braucht offenbar weder Minen noch Kriegsschiffe. Und trotzdem ist die Tankerstraße lahmgelegt. Billige Kamikaze-Drohnen und einige 'Posts' an die Schiffsversicherer genügen. Hochdynamisch schossen die Rohölpreise über die Marke von 100 Dollar je Barrel hinaus.
Und wie geht es weiter? Nun - erst einmal mag es noch schlimmer werden, bevor es dann besser wird.
Referenzpreis aktuell *)
(DE-Mittelpreis für Heizöl) Freitag 13. März Ø 1,39 €/l 2,8% günstiger als gestern mit 1,43 €/l 1,4% teurer als vor 1 Woche mit 1,37 €/l 43,9% teurer als vor 1 Monat mit 0,97 €/l 46,2% teurer als vor 1 Jahr mit 0,95 €/l
Heizölpreise kommen zurück. Heute -3,5 ct/l. HEL Ø-Preis am Mittwochmorgen bei 1,495 €/L. Ölbörsen: Brent und Gasöl deutlich abwärts. USA erwägen Rückzug in zweiter Aprilhälfte. VAE wollen eine UN-Resolution für Hormus erwirken. Russische Ölraffinerie in Nischnekamsk in Flammen.
In Russland steht seit Dienstagabend die Ölraffinerie in Nischnekamsk nach einer schweren Explosion in Flammen. Fünfzig Menschen wurden verletzt, ein Toter. Ein weites Areal der Anlage brennt. Auslöser dürfte ein ukrainischer Drohnenangriff gewesen sein. Russland hat auch bei seinen Ölexporthäfen große Schäden zu beklagen. Derzeit sind 40% der russischen Ölexportmöglichkeiten ausgefallen.
Laut dem 'Wall Street Journal' wollen die Vereinigten Arabischen Emirate aktiv dabei unterstützen, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Diesbezüglich wollen die VAE eine UN-Resolution erwirken, um dann auch militärische Unterstützung zu geben.
Preisveränderung beim Heizöl Referenzpreis aktuell *)
(DE-Mittelpreis für Heizöl) Mittwoch 1. April Ø 1,495 €/l 2,3% günstiger als gestern mit 1,530 €/l 4,6% teurer als vor 1 Woche mit 1,430 €/l 34,4% teurer als vor 1 Monat mit 1,112 €/l 53,3% teurer als vor 1 Jahr mit 0,975 €/l
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