An der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina gibt es aktuell eine erhebliche Sperrung am stark frequentierten Grenzübergang Gradiška (Stara Gradiška / Bosanska Gradiška).
Grund dafür ist der Teileinsturz einer Brücke über den Fluss Sava auf der bosnisch-herzegowinischen Seite sowie erhebliche Schäden am Brückengeländer. Die Brückenkonstruktion hat nachgegeben, weshalb die Verbindung komplett für den Verkehr gesperrt werden musste.
Die Sperrung hat zu einem massiven Verkehrschaos und extremen Wartezeiten an den umliegenden Ausweichrouten geführt.
• Alternative Grenzübergänge: Am Übergang Jasenovac – Donja Gradina kam es im Güterverkehr zu extremen Lkw-Staus mit Wartezeiten von bis zu 16 Stunden. Auch an den Übergängen Hrvatska Dubica und Hrvatska Kostajnica stauten sich Pkw über mehrere Stunden.
• Aktuelle Notlösung (seit dem 19. Mai abends): Die bosnischen Behörden haben reagiert und die Zollabteilung vorübergehend an die Position der neuen, modernen Brücke in Gradiška verlegt. Dieser neue, temporäre Grenzübergang wurde eilig für den gesamten internationalen Personen- und Güterverkehr freigegeben, um den Verkehr abzufangen. Diese Übergangsregelung ist zunächst bis zum Abschluss der Reparaturen (maximal bis August 2026) angesetzt.
• Zusatzverzögerung durch Kontrollen: Verschärft wurde die Stausituation an den Ausweichrouten zusätzlich dadurch, dass an den EU-Außengrenzen das elektronische Ein- und Ausreiseregister (EES) greift und biometrische Daten erfasst werden müssen, was die Abfertigung pro Fahrzeug ohnehin verlängert.
Die kroatische Polizei und die Straßenwacht (Hrvatske ceste) leiten den Verkehr von kroatischer Seite bereits ab dem Autobahnknoten Okučani großräumig um – unter anderem über den Grenzübergang Slavonski Brod. Es wird dringend empfohlen, vor der Anfahrt die aktuellen Live-Webcams und Staumeldungen des kroatischen Automobilclubs HAK zu prüfen.
Du meinst sicherlich die neue Brücke Most Gradiška. Laut Google Maps steht die Brück zwar schon, aber auf der kroatischen Seite fehlt wohl noch der Straßenanschluss an die E661 südlich von Novi Varoš. Allerdings habe ich zunächst erfahren, dass hier wol provisorisch doch etwas läuft.
Meine aktuelle Recherche ergab folgendes:
Ja, die neue Brücke ist seit gestern Abend (19. Mai) tatsächlich in Betrieb und befahrbar.
Dass dies trotz der fehlenden regulären Schnellstraße funktioniert, liegt an einer politischen und logistischen Brechstangen-Lösung.
Die Umgehung des fehlenden Anschlusses: Da die reguläre neue Schnellstraße Richtung Novi Varoš auf kroatischer Seite noch nicht fertiggestellt ist, wurde der Verkehr provisorisch über das bestehende, eigentlich noch unfertige Baustellennetz und schmale lokale Zufahrtsstraßen (nahe Gornja Varoš) geleitet. Es ist ein Nadelöhr, aber es ist offen.
Der ministerielle Krimi dahinter: Gestern Nachmittag gab es ein politisches Patt. Die bosniakischen Minister im Ministerrat von Bosnien-Herzegowina stimmten eigentlich gegen die Notöffnung, und auch die Zollbehörde blockierte das Vorhaben zunächst. Das bosnische Sicherheitsministerium hat die Blockade am Abend jedoch per ministeriellem Sondererlass ausgehebelt und den Verkehr einseitig freigegeben. Die Grenz- und Zollbeamten wurden kurzerhand in Containern an die neue Brücke versetzt.
Die aktuelle Lage vor Ort (20. Mai): Erste Reisende und Lkw haben die neue Brücke bereits überquert. Laut aktuellen Medienberichten vor Ort läuft der Verkehr über die neue Brücke überraschend flüssig, und das gestrige Chaos an den Ausweichrouten hat sich spürbar entspannt. Die Regelung gilt vorerst zeitlich befristet (maximal bis August 2026), um die Zeit der Brückensanierung im Stadtzentrum zu überbrücken.
Richtig ist also: Trotz der unvollständigen regulären Straßenanbindung auf kroatischer Seite ist die neue Brücke über eine provisorische Zuführung seit wenigen Stunden für den gesamten internationalen Verkehr freigegeben und aktiv nutzbar.
Mein persönlicher Tipp: Ich würde, den Region Gradiška vorsichtshalber weiträumig umfahren. Noch scheint mir die Nachrichtenlage etwas durcheinander zu gehen. Aktuell scheint es auch auf den Ausweichrouten zu erheblichen Staus zu kommen. Besonders der LKW-Verkehr ist erheblich betroffen und es kommt zu stundenlangen Wartezeiten.
Inzwischen wird bei Routenplanungen über Google Maps der neue Grenzübergang angezeigt.
Ich habe mal Testweise eine Route von Lipik in Kroatien nach Jace in Bosnien und Herzegowina berechnen lassen. Jetzt führt die Route über Most Gradiška. Allerdings werden aktuell auf beiden Seiten immer noch mehr als 500 m Stau angezeigt. Was das an tatsächlichen Wartezeiten bedeutet, kann ich leider nicht erkennen. Auf jeden Fall scheint die provisorische Autobahnanbindung auf der kroatischen Seite nicht das Problem zu sein.
Hallo zusammen, gibt es verlässliche Neuigkeiten zum Übegang Gradiska?? Ich fahre mit meiner Reisgruppe am 13.07. von Graz nach Travnik und wollte eigentlich diesen Übergang nutzen. Problematisch ist für mich auch, dass ich den Übergang vor der Reise festlegen muss und diesen dann nutzen muss.
Ich bin gespannt auf deinen Bericht zum neuen Grenzübergang von Bosnien und Herzegowina nach Kroatien.
Zur Zeit wird bei Google-Maps auf in beiden Richtungen noch rund 500 m Stau vor der Kontrollstelle angezeigt. Das war aber am alten Grenzübergang an der Brücke von Gradiška auch nicht anders. Mit anderen Worten, es scheint zu funktionieren.
Am Mittwoch gegen 13:00 Uhr haben wir mit dem Bus den neuen Grenzübergang in Gradišska passiert. Aus Richtung BiH standen einige Autos, die flott durchgewunken wurden. Aus Richtung HR absolut tote Hose. Einige Busse, aber nicht ein einziger Pkw. So wenig Betrieb habe ich in vielen Jahren nicht erlebt. Ich kann mir aber vorstellen, dass am Wochenende da erheblich mehr los ist.
Der Preis für die Busreise mit Globtour von Čapljina bis Mannheim für eine Person wurde reduziert von 75 € auf 45 €. Im Bus saßen ca. 14 Personen. Ich frage mich, wie das Busunternehmen das finziell schafft.
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