Endlich, 09.07.2026, Urlaub, nur schlappe 1260 km abzureißen, egal, die Tour wurde mit unserem Ältesten geteilt, hin wie rück, hat ja noch ´nen Fahrriemen… Der Kleine darf noch nicht fahren. Los ging´s Do., 09.07.2026, gegen 19:30 Uhr, die Fähre war ja schon bezahlt und musste 11:30 Uhr erreicht sein. Erste Hürde, eine nicht angekündigte Umleitung von über 30 min, die A71-Tunnel unter dem Rennsteig waren dicht. Lkw´s mussten natürlich auch die Umleitung fahren. In Zella-Mehlis ging´s wieder auf die A71. Und ab hier rollte es einfach prima: A71 – A73 – A3 – A9 – A8 – A10 Tauern – geplanter Tankstopp und Kaffeepause in Villach gegen 02:15 Uhr – A11 – A2 SLO – Novo Mesto – Metlika – Novigrad – A1 – Progomet – Trogir mit Fähre – Drvenik Mali – geschafft! Wie schon öfters hielten wir auch wieder kurz an der Raststätte Krka und genossen den Ausblick auf die Krka. An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass gefühlt 50% der A10 Tauern-AB Baustelle sind und der Rest über Nacht ja nur mit 100km/h freigegeben ist. Gottseidank war wenig Verkehr auf der gesamten Strecke, so wenig Verkehr hatten wir tatsächlich noch nie. So ließ es sich einfach angenehm dahingleiten, stressfrei und spritsparend. Die Maut AT + SLO war digital, kein Stau an den Mautstellen, freie Fahrt für freie Bürger. Von Novigrad bis Prgomet waren 20,80€ Maut fällig. In Trogir kamen wir gegen 08:10 Uhr an und kauften gleich die wichtigsten Lebensmittel und Getränke für das erste Wochenende ein. Die Fähre rollte dann um 11:30 Uhr pünktlich los. Zur Fähre selbst noch eine Anmerkung, man fährt rückwärts auf die Fähre, um vorwärts rauszufahren. Die Fähre hat nur eine Laderampe. Für manche schon eine Herausforderung… Wir lernten auf der Fahrt zuerst Drvenik Veliki kennen, zumindest einen Teil. Idyllisch und schön (bis auf den allgegenwärtigen Bauboom in HR). 20 min später, gegen 12:45 Uhr, waren wir am Ziel und wurden am Haus durch unsere Vermieter/Eigentümer empfangen und wirklich herzlich begrüßt.
Ich nehm´s vorweg, ein Volltreffer. Laut Aussage der Eigentümer bei der Begrüßung „nur ein Häuschen“, stand da ein Haus mit 110 m², ca. 1300 m² Grundstück, eigenem Meerzugang mit Bootsanleger (die Eigentümer kommen nur mit Boot, sie wohnen in Okrug), riesiger Hot Tub im Außenbereich, Terrasse, viel Garten mit etlichen Olivenbäumen, einer Mandarine (leider noch lange nicht reif) und vielen Kapernpflanzen, 2 Schlafzimmer mit je 2 Doppelbetten und einem Einzelbett sowie Klima, 2 Bäder, Waschmaschine, große Wohnküche mit Klima und rustikaler Marmorspüle/-Arbeitsfläche, Gasherd, 2 Kühlschränke, Geschirrspüler und in jedem Zimmer 1 TV mit Netflix, WLAN. Die Küche war mit Geschirr und Utensilien voll ausgestattet. Was will man mehr. Alles war sauber, man merkte die Liebe, die hier reingesteckt wird. Wir gehen fest davon aus, dass das Haus auch privat genutzt wird, da es in der Saison nicht durchgehend buchbar ist. Das Schöne, die Straße (ein Weg) war Sackgasse und wurde nur gelegentlich durch die anderen Anwohner/Urlauber (sehr übersichtlich in der Anzahl) genutzt, also Ruhe pur… Das kleine Manko mit „Frischwasser“ aus der Zisterne, also keine Trinkwasserversorgung, war schnell verdrängt.
Tja, man ist auf einer Insel, einer recht kleinen Insel. Das merkt man beim Einkaufen, bei Spaziergängen/Wanderungen und bei Restaurants. Es gibt hier einen Laden "Salty Bay" (ca. 50m²), zwei Restaurants sowie einen „Konsum“, das Tradicija. Im Salty Bay gibt´s Getränke aller Art, Tiefkühlkost, Speise-Eis, Frischwaren, Wurst, Schinken, Käse, frisches Brot als Weißbrot, Mischbrot und Körnerbrot (kommt als Teigware und wird im Laden nach Bedarf frisch gebacken), Lebensmittel was man so braucht, etwas Gemüse und die notwendigen 7l Trinkwasser-Kanister. Das Tradicija ist schon urig, vormittags Treffpunkt älterer Einheimischer zum Bier trinken, drinnen eine Ladenfläche von ca. 25m²… Obst und Gemüse, die notwendigsten Lebensmittel, etwas Tiefkühlkost, Getränke und ein paar Souvenirs. Aber gut besucht, nicht nur als Treffpunkt. Die Lieferungen kommen per Fähre eigentlich regelmäßig Mo-Mi-Fr.
Unser Stammlokal war die Konoba „Kocini Dvori“, ein Highlight . Und nach 7x Einkehr die top Empfehlung von uns. Der Besitzer betreibt die Konoba mit seinen Eltern, Mama und Papa sind für die Zubereitung der Kulinarik zuständig. Und das machen sie ausgezeichnet. Man spricht hier perfekt Deutsch (Schande über mich, stelle ich immer wieder fest), man wird super beraten und kann auch Speisen zusammenstellen. Die Salate waren lecker und frisch, der Fisch zart und auf den Punkt, das Blitva kräftig und herzhaft, die Lammhaxe zart, das Hähnchen perfekt und nicht trocken, die Nudeln al dente und es wurde nicht mit Shrimps gespart. Unser Highlight war die gepriesene Peka, gabs einmal mit Fleischvariationen und einmal mit Fischvariationen und Kartoffeln mit viel Zwiebeln und kräftig Knoblauch. Die Peka musste man zudem 24h vorher bestellen. Wir hatten 2x Peka mit Fleisch und 1x mit Fisch, beides einfach eine Klasse für sich. Und man schmeckt auch leicht das rauchige Aroma. Wir hatten noch nie eine Peka, diese Bildungs-/Erfahrungslücke konnte somit geschlossen werden und war eine super Erfahrung. Das werde ich im Garten mal ausprobieren und versuchen nachzumachen. In dieser Konoba wurde man schnell „heimisch“, es gab gute Tipps für die Umgebung, es kamen etliche Stammgäste und man merkte die Beliebtheit. Auch ein nettes Gespräch mit den Eltern gab es, man merkte das Herzblut und die Gastfreundschaft. Wenn etwas Luft war, konnte man zusammen einen guten Travarica geniesen und erzählen. Zum Abschied gab es eine Flasche selbst hergestellten zertifizierten Travarica (ich mag dieses Getränk sehr) und selbst hergestelltes Olivenöl. Wir haben uns sehr darüber gefreut.
Da Drvenik Mali nicht wirklich groß ist, haben Frauchen und ich die Insel einmal „abgelatscht“. Wir haben tolle Häuschen und echt schön gestaltete Grundstücke gefunden, abgelegene Grundstücke und tolle Strände. Ein Punkt hat uns jedoch sehr geärgert, wir wollten den Leuchtturm (Lanterna) anlaufen, wurden jedoch gut 150m davor ausgebremst. Mitten auf dem Weg endete plötzlich der Zugang zum Leuchtturm an einem Grundstück, auf dem 2 Einfamilienhäuser standen und gerade noch im Bau waren. Legal-illegal-scheißegal? Sehr ärgerlich. Es handelt sich nicht um die auf google-maps ersichtlichen „Ruinen“, sondern wo der breite Weg aufhört und schmaler wird, stehen jetzt 2 Häuschen im Bau. Aber wir haben gute Strandzugänge mit tollen Stränden gefunden, darunter auch Mala Rina. Türkises Wasser und leuchtend heller Sand am Meeresboden, auch für Kinder optimal, da es seicht ins Wasser geht und nicht tief abfällt. Wir haben Flächen gefunden, die offensichtlich mal als größerer Parkplatz gedacht waren, jedoch vermutlich ungenutzt blieben. Die Wege zwischen den Naturmauern waren schon stark zugewuchert und es war etwas beschwerlich, zum Wasser vorzudringen. Auch Höhenmeter macht man bei dem Inselrundgang. Hier hat man weit auf die Adria hinaus sowie zum Festland, auf die benachbarten und zahlreichen kleinen Inselchen bis nach Trogir einen herrlichen Ausblick. Angekommen in der großen Bucht Vela Rina wurden wir von Tourismus überrascht. Das liegt an den 1 bis 2 Ausflugsbooten, die am Tag für 2 - 3 Stunden im Hafen von Drvenik Mali anlegen und eine Schar von Badelustigen in Richtung Vela Rina loslassen. Man muss schon hardcore Malle-Fan sein, da der Strand von Vela Rina nicht wirklich groß ist und hier Leib an Leib liegt, das Wasser von der Masse brodelt und man nicht im Geringsten Ruhe hat. Wir haben hier auf unseren Barbesuch zum Kaffee trinken gerne verzichtet, es war uns einfach zu voll und zu laut. An dieser Stelle komme ich auch auf das Restaurant zu sprechen. Es sah toll und gemütlich aus, war bei unseren beiden Ausflügen in die Bucht nicht voll, hatte eine exklusive Karte, wir haben auf einen Restaurantbesuch jedoch verzichtet. Die Kaffee-/Snack-Bar gehört zum Restaurant und war immer gut besucht, es werden dort auch Liegen und Sonnenschirme vermietet. Weitere Restaurants oder Konobas konnten wir auf der Insel nicht ausfindig machen. Das was fußläufig und über Wege erreichbar war, haben wir gesehen und in gut 4,5 Std. geschafft. Hat aber auch gereicht, wenn der Wind nachließ, waren es gefühlt mehr als 40°C. Und ab ins Wasser gings nach Ankunft am Haus, um runterzukühlen.
Das Wasser ist gewohnt klar, fischreich, hat viele abwechselnde Strömungen, was man auch an den doch merklichen Temperaturunterschieden spürte. Wenn es an der Oberfläche um die 24°C hatte, flimmerte es in gut 2m Tiefe und die Temperatur hatte gefühlt 10°C. Der Bootslärm hielt sich in Grenzen, keine nervtötenden Deppen auf Jetskis, wenige Motorboote und Segler (die langsam und mit Abstand zum Festland/Badezonen in die Bucht fuhren), die Fähre 4x am Tag…
Einen Ausflug nach Trogir, ohne Auto, haben wir natürlich auch gemacht. Trogir kannten wir schon von unserem Aufenthalt in Slatine auf Ciovo 2018. Es hat sich nichts geändert, voll von Touris, auf dem Markt in der Nähe der alten Brücke viel Fahrzeuglärm, aber idyllisch. Die engen Gassen ließen die Hitze vergessen und kühlten etwas runter. Kamerlengo musste für die Jungs natürlich auch mitgenommen werden. Dann suchten wir unser Restaurant von 2018, das Teuta. Jetzt heißt es Queen Teuta. Und ist mittlerweile leider gehobene Klasse. 2018 war es für uns das erste Restaurant, welches Wasser vor großen Lüftern zum Runterkühlen zerstäubt, was auch gut funktioniert. Leider wurden wir hier diesmal etwas enttäuscht, nicht wegen den Preisen, die überall explodiert sind, sondern wegen der Karte, die exklusiver war sowie wegen der Portionen, die wirklich klein ausfielen. Schade, hätten wir doch eine Konoba gesucht. Aber die Speisen waren geschmacklich voll ok. Dann fanden wir das Balina Trogir, eine Kaffee-Bar mit leckeren Bällchen, gemacht wie Mini-Krapfen in verschiedenen Variationen und mit zahlreichen Dressings, wow, Hüftgold vom Feinsten und preislich angemessen von der Portion her, es waren 11 Stück pro Schachtel. Dann waren unsere knapp 5 Std. Aufenthalt in Trogir schon wieder rum, die Fähre wartet nicht. Es ging zurück auf unser Eiland.
Wie schnell die schönste Zeit des Jahres vorüber fliegt, weiß jeder von uns . So stand der Tag der Abreise, Sa. 25.07., ganz plötzlich an. Rückblickend sind wir uns sicher, dass es der bisher schönste Aufenthalt in HR war. Die ruhige kleine Insel, die netten Menschen in der Nachbarschaft (man grüßte sich ab dem 2. Tag und wechselte öfters ein paar Worte, beim Angeln mit Bierchen), die Konoba mit ihren Besitzern, die beiden urigen Läden, kein Fahrzeuglärm und die tolle Unterkunft haben die Messlatte sehr hochgelegt. Wir denken schon jetzt darüber nach, 2027 dorthin zurückzukehren. Mal sehen, was sich alternativ bietet.
Die Rückreise gestaltete sich ähnlich wie die Anreise. Die Fähre ging 19 Uhr über Drvenik Veliki nach Trogir. In Trogir angekommen das übliche Bild, Stau, Hupen, stop-and-go bis kurz vor dem Flughafen. Ab dort rollte es dann wieder gut bis zur Mautstelle Prgomet, ab der AB-Auffahrt Prgomet war kaum Verkehr bis vor die Haustür. Der Stopp in Villach war erschreckend, solche Spritpreise waren wir von unseren bisherigen zahlreichen Stopps an der BP Maria-Gailer-Str. nicht gewohnt. Habe ich hier im Thema Spritpreise bereits geschrieben. Mit Ankunft daheim am Sonntag kurz nach 08 Uhr der nächste Spritpreisschock, 30 Cent teurer als in AT, am Mo waren es noch 18 Cent Unterschied.
Fazit: toller Urlaub, 16 Tage angenehme Erholung, schöne Erinnerungen, wir kommen wieder. Mit Sicherheit auch wieder nach Drvenik Mali… Anbei schonmal ein paar Eindrücke, Fotos zu sortieren haben wir noch nicht geschafft und wird auch noch etwas dauern. Dann wird nachgeliefert.
@Luftfee: ich hoffe, es konnten auch einige Deiner Fragen beantwortet werden...
Vielen Dank für den sehr interessanten Bericht 👍. Das scheint mir eine Destination zu sein, fur jemand, der/die schon alles kennt. Ich werde es im Kopf behalten.😆 Fotos sind leider nicht sichtbar (Smartphone), aber ich gucke morgen nochmal rein - vielleicht geht's dann. Dankeschön!
Danke für den Reisebericht. Die Bilder sind leider nach dem Einfügen in den Text gelöscht worden, darum sind sie nicht sichtbar. Besser wäre es, sie einfach nur hochzuladen und NICHT einzufügen, dann kann man sie in der Diaschau ansehen.
Danke für den schönen Bericht, da habt ihr es sehr gut getroffen, freut mich! Auf die Fotos bin ich auch schon gespannt.
Offenbar gibt es inzwischen eine weitere Möglichkeit für Lebensmitteleinkäufe, nicht schlecht, wobei das Tradicija ja wirklich einen ganz besonderen Charme hat
Hallo, und schon mal Danke für das bisherige gute feedback. Leider gab es beim Bilder einfügen einen Softwarebuck, beim Anklicken der Vorschau wurde eine Fehlermeldung generiert, der Bericht sei bereits gespeichert... Leider komme ich erst morgen dazu, die Bilder neu einzufügen. An dieser Stelle herzlichen Dank für die Tipps bzgl. Bildspeicherung.
Zitat von Luftfee im Beitrag #4Danke für den schönen Bericht, ...
Offenbar gibt es inzwischen eine weitere Möglichkeit für Lebensmitteleinkäufe, nicht schlecht, wobei das Tradicija ja wirklich einen ganz besonderen Charme hat
Ja, Deine Aussage zum besonderen Charme kann man locker teilen. So ähnlich hat sich auch der Konobabesitzer geäußert, mit einem Schmunzeln. Aber solche Dinge machen das Besondere an solch einer Location aus.
Zitat von flashzett im Beitrag #6Hallo, und schon mal Danke für das bisherige gute feedback. Leider gab es beim Bilder einfügen einen Softwarebuck, beim Anklicken der Vorschau wurde eine Fehlermeldung generiert, der Bericht sei bereits gespeichert... Leider komme ich erst morgen dazu, die Bilder neu einzufügen. An dieser Stelle herzlichen Dank für die Tipps bzgl. Bildspeicherung.
Grüße
Lass dich beim Hochladen bitte nicht verwirren, die Bilder werden in der Vorschau nicht angezeigt, wenn du sie lediglich hochlädst. Aber nach dem Speichern des Beitrages sind sie dann da. Wenn du sie in den Beitrag einfügst, werden sie zwar in der Vorschau angezeigt, aber dann muss man sie zum Ansehen alle einzeln anklicken und kann sie nicht in der Diaschau betrachten.
leider war noch keine Zeit, die Bilder von meiner Frau und mir zu sortieren, daher vorab eine Auswahl. Es werden bald noch Bilder nachfolgen... Hoffe, es klappt diesmal mit dem Hochladen.
wie man auf einem der Bilder sieht, konnte man von unserer Insel am 11.07.2026 den Großbrand im Raum Grebastica/Rogoznica, muss wohl zwischen Loznice und Rastovac gewesen sein, deutlich sehen. Ausgelöst bei einem kurzen heftigen Gewitter, welches knapp bei uns vorbeizog. Kurz darauf kamen auch Meldungen von Korcula und einer weiteren Insel südlich von uns. Respekt an die Löschkräfte in Kroatien, zu Land und zu Luft. Die Canadair´s und AirTractor´s haben wir noch Tage lang fliegen sehen. (https://glashrvatske.hrt.hr/de/aus-kroat...insatz-12811322)
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