FRAGE: warum keine Mülltrennung in Kroatien und warum immer noch diese grossen Löcher in Randgebieten wo wirklich alles reinkommt- ob Hausmüll, Autoreifen, Kühlschränke etc?? Sind mitten durch Deponie gefahren ...Hvar. Hat mich wieder nachdenklich gemacht... C
In den größeren Städten und tatsächlich auch in einigen kleinen Orten gibt es seit Jahren verschiedene Mülltonnen und Container (im Nest Slano schon 2013, sogar mit Behältern für Batterien und Medikamente an den Seiten der Container). Wenn der Gastgeber allerdings nur einen einzigen Mülleimer bereitstellt, wirds schon schwieriger. Und in vielen Urlaubsorten gibt es immer noch nur eine Tonne vorm Haus oder man muss mangels Tonne seine Tüten selber zum nächsten Container an der Hauptstraße tragen.
Ob der Müll dann getrennt oder zusammen entsorgt wird, weiß ich leider nicht. Das Thema Mülltrennung und -entsorgung ist sicher noch sehr ausbaufähig.
Die Mülltrennung und -entsorgung auf den Inseln ist durch die isolierte Lage und den extremen Anstieg von Müllmengen während der Sommersaison eine logistische Herausforderung.
• Modellregion Insel Krk: Krk gilt als Vorreiter in ganz Kroatien. Dort gibt es seit Jahren ein hochentwickeltes, flächendeckendes Trennsystem (Eco Island Krk) mit eigenen Tonnen/Säcken direkt am Haus sowie Recyclinghöfen in fast jeder Gemeinde.
• Andere Inseln (z. B. Brač, Hvar, Korčula, Vis): Der Transport des Mülls erfolgt meist per Fähre aufs Festland. In kleineren Ortschaften gibt es meist zentrale Sammelpunkte („Grüne Inseln“) anstatt einer Haus-zu-Haus-Abholung. In Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen erhalten Gäste oft farbige Müllsäcke (z. B. Gelb für Plastik, Schwarz für Restmüll), die an vorgesehenen Tagen rausgestellt oder zum Sammelplatz gebracht werden.
• Autofreie / Kleine Inseln (z. B. Unije, Susak, Silba, Zlarin): Hier erfolgt der Mülltransport meist manuell oder über kleine Elektrofahrzeuge.
• Wichtig: Auf einigen kleinen Inseln (wie Zlarin oder Prvić) gibt es lokale Initiativen für Einwegplastik-Verbote – Plastiktüten und Einweggeschirr sind dort streng verpönt oder verboten.
Jedoch werden von diesem System weder Autoreifen noch Kühlschränke oder sonstiger Sperrmüll erfallst.
Dazu habe ich folgendes recherchiert: Das Phänomen sogenannter wilder Mülldeponien (divlja odlagališta) in Karstsenken, Dolen oder Waldgebieten auf Hvar und anderen dalmatinischen Inseln hat tiefgreifende strukturelle, historische und soziale Gründe. Auch wenn offizielle Recyclinghöfe (reciklažna dvorišta) und Abholangebote existieren, stoßen sie in der Praxis auf spezifische Insel-Hürden. Meist sind die zu sparenden Kosten das Problem. • Teurer Abtransport: Die Entsorgung von Großgeräten (Kühlschränke), Reifen oder Bauschutt erfordert den Transport aufs Festland per Fähre oder Spezialschiff. Das macht die reguläre Beseitigung für Gewerbetreibende und private Haushalte oft aufwendig oder kostspielig.
• Einschränkungen bei Recyclinghöfen: Wertstoffhöfe vor Ort (wie in Jelsa, Stari Grad oder Hvar-Stadt) nehmen Sperrmüll oft nur in begrenzten Mengen pro Haushalt kostenfrei an. Sobald gewerblich oder im Zuge größerer Hausrenovierungen entsorgt wird, fallen Gebühren an. Um diese zu umgehen, weichen manche Personen auf abgelegene Senken aus.
Das typische Karstgelände der Insel ist durch Senken, Spalten (Doline) und dicht bewachsene Macchia geprägt. Solche Senken sind von den Hauptstraßen aus schwer einsehbar, bieten eine „bequeme“ Auslademöglichkeit und verdecken den Unrat schnell vor Blicken. Allerdings machen sich nicht alle die Mühe, den Müll „zu verstecken“. Vor oder nach der Sommersaison werden viele Ferienunterkünfte, Apartments und Restaurants renoviert. In dieser Zeit fallen schlagartig große Mengen Bauschutt, Altmöbel und alte Elektrogeräte an. Wenn die kapazitären Grenzen der lokalen Entsorgungsbetriebe erreicht sind oder Schwarzarbeiter/Subunternehmen ohne offizielle Entsorgungsnachweise beauftragt werden, landet der Müll nicht selten auf illegalen Wegen im Inselinneren.
Mangelnde Kontrolle und historische Gewohnheiten Wenig Aufsicht in abgelegenen Gebieten: Die Inselverwaltung verfügt nur über wenige Umweltinspektoren (Komunalno redarstvo). Große Teile des Inselinneren, alte Feldwege und unbewohnte Abschnitte lassen sich kaum lückenlos überwachen. Geringes Entdeckungsrisiko: Illegal entsorgter Müll wird selten einer konkreten Person zugeordnet, weshalb Geldbußen nur selten verhängt werden. Über Jahrzehnte gab es auf den Inseln keine strukturierte Müllabfuhr für Sperrmüll. In vielen Dörfern war es traditionell üblich, unbrauchbare Gegenstände oder Bauschutt in der nächsten Felsspalte oder Senke zu „versenken“. Diese Praxis hält sich bei einigen älteren oder uneinsichtigen Akteuren hartnäckig.
Was dagegen getan wird Umweltschutzorganisationen vor Ort (wie die Udruga Eco Hvar) sowie die Inselgemeinden arbeiten aktiv daran, das Problem einzudämmen. Kostenlose Sperrmüll-Abholung: Viele Gemeinden bieten Bürgern einmal pro Jahr eine kostenfreie Abholung von Sperrmüll oder Grünschnitt nach Terminvereinbarung an. Videoüberwachung: An bekannten Problemstellen werden zunehmend Überwachungskameras installiert. Aufräumaktionen: Regelmäßige Säuberungsaktionen (akcije čišćenja) durch Freiwillige und Gemeindearbeiter versuchen, die schwersten Umweltschäden in den Senken nach und nach zu beseitigen.
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