Hallo, habe vom 14m Tidenhub in Mont-Saint-Michel in Frankreich gelesen. Hat vielleicht jemand Fotos von einem außergewöhnlichen Tidenhub in Kroatien's Geschichte? Danke! LG Maistro
Wir hatten im April 2014 grossen Tidenhub in Selce von fast 3m in 3 Stunden. Leider keine Bilder. Aufs Boot mit Steg raufgeklettert und vom Boot auf Riva raufgeklettert.
wir wissen doch ALLE, dass etwa 1/2 Meter Tidenhub in der ADRIA normal ist. hab hier noch nie etwas GERECHNET - ein Blick auf die Mauer genügt doch und wer nach ordentlicher Seemannschaft mit durchgesetzten SPRINGS und LOSEN Vor und Achter- Leinen vertäut - braucht auch nicht fürchten dass sich das Schiff "aufhängt" wenn der Wasserstand FÄLLT !
in der NORD-Adria kann allerdings noch zusätzlich durch langanhaltenden JUGO noch ein höherer Wasserstand entstehen. Siehe AQUA-ALTO in Venedig ! ist recht unangenehm weil die Fender nicht mehr halten !!!
vorausgerechnet hab ich nur ein einziges Mal : in der Straße von Messina - aber das ist NICHT die Adria. :
als wir losfuhren war ist Wasser stellenweise über die Quaimauer geschwappt. Als wir wieder anlegten waren einige Kleinboote wie halb aufgehängt oder etwas weiter weg auf Felsen statt im Wasser. Mag sein dass 2m etwas hochgegriffen war aber es war deutlich mehr als 1.60cm. An dem Tag wars ausserordentlich warm mit ziemlichen Wellen, während es innert kurzer Zeit kalt wurde und sehr schnell auf einen kalten Wind wechselte als wir auf dem Boot waren. und am nächsten Tag sehr stark regnete und wir auf der Magistrale starken Rückenwind hatten. Das war in der Osterwoche 2014 Freitag glaub.
Zitat von svajcarac1 Mag sein dass 2m etwas hochgegriffen war aber es war deutlich mehr als 1.60cm.
Lustisch !! Eingangs waren es noch 3m Tide, dann 2m und zuletzt deutlich mehr als 1,60m .....
Ich komme ja wirklich viel in Kroatien mit dem Boot herum, aber Deine Angaben kann ich wirklich nicht bestätigen. Die größte Tide die ich selbst erlebt habe war in der Marina Porec und lag bei ca. 1 Meter.
Wenn es tatsächlich einmal zu größeren Differenzen im Wasserstand gibt dann ist das keine Tide, sondern dann handelt es sich um Schwell bei entsprechend heftigen Winden.
Hier ist einmal erklärt, was ein ==> Tidenhub ist.
Gab es da an der Adria nicht die "sciga"? Der nur wenige Minuten anhaltende Hochwasserpegel?
Meist eine Ankündigung einer besonderen Wetterlage (?kurz von Jugo oder Garbin/Lebic?). Da wirds dann für 10min windstill, der Pegel steigt, die (kleinen) Molen werden kurzfristig überflutet, dann fällt der Pegel wieder und es tritt eine Wetter- und Windrichtungsänderung ein.
Ich habs schon ein paar mal beobachten können, waren geschätzte 10 - 20 cm über dem sonstigen max. Pegel. Tritt nur lokal auf, in ganz kleinem Umkreis: 2 nm? Keine Ahnung. Auch die Literatur beschäftigt sich damit (Kann mich an einen sciga-Artikel betreffend der Bucht Lavsa in den Kornaten erinnern). Näheres weiss ich nicht (mehr).
Muss mal danach googeln...
Aber 1,6m Hub in der Adria: Nein, glaube ich nicht.
Diese plötzliche Wasserstandsschwankungen von bis zu 2 m treten auch im Hafen von Mali Ston auf. Sie entstehen meist kurz vor Einsetzen von Südwind, manchmal auch bei Gewitter oder Flaute und verursachen starke Strömungen und Wasserwirbel. Dieses Phänomen vor Ort " sejse o. sec" genannt. Wird wahrscheinlich durch Luftdruckschwankungen ausgelöst und tritt vorwiegend in den Monaten Oktober und November auf
Außer, dass sich beim Naturphänomen Scija der Wasserspiegel in der Lavsa-Bucht im 10-Minuten-Takt um etwas 30 hebt und senkt steht da aber auch nichts drin. Mit Tidenhub hat das Steigen und Fallen das Wasserspiegels in der Lavsa-Bucht nichts zu tun.
Ich sorge daher mal um eine tatsächliche Aufklärung:
Das Naturphänomen Šćija (oder auch Šćiga geschrieben) ist ein faszinierendes hydrologisches Ereignis, das in der Bucht von Lavsa (Insel Lavsa, Kornaten) besonders ausgeprägt und bekannt ist.
Was ist die "Šćija"? Wissenschaftlich gesehen handelt es sich um eine Seiche (Stehende Welle). Das Wort "Šćija" ist der lokale Begriff der Fischer im Kornati-Archipel für dieses Phänomen. Es beschreibt eine plötzliche, oft oszillierende Änderung des Meeresspiegels in einer abgeschlossenen oder halboffenen Bucht, die nicht durch die klassischen Gezeiten (Ebbe/Flut) verursacht wird.
Wie entsteht es in der Lavsa-Bucht? Die Bucht von Lavsa ist fast kreisrund und hat eine sehr schmale Einfahrt. Das macht sie physikalisch zu einem perfekten Resonanzkörper. • Auslöser: Meist sind es plötzliche Luftdruckschwankungen (oft bei heranziehenden Gewittern oder starken Wetterfronten) oder Fernwellen von starken Winden auf der offenen See (wie der Jugo). • Der Effekt: Das Wasser in der Bucht fängt an zu "schwingen". Innerhalb von 10 bis 20 Minuten kann der Meeresspiegel massiv ansteigen und kurz darauf wieder tief absinken.
Warum ist es in Lavsa so besonders? In Lavsa ist das Phänomen deshalb so berühmt (und gefürchtet), weil es extrem schnell gehen kann. • Das "Trockenfallen": Bei einer starken Šćija kann das Wasser in der flachen Bucht von Lavsa so weit zurückweichen, dass Boote, die zu nah am Ufer oder in den flachen Bereichen der alten römischen Salinen liegen, plötzlich auf dem Trockenen sitzen. • Die Flutwelle: Wenige Minuten später schießt das Wasser mit großer Kraft zurück in die Bucht. Das kann dazu führen, dass Stege überspült werden und Boote an ihren Leinen oder Ankern mit enormer Gewalt rucken.
Wichtige Tipps für Skipper: • Bojenpflicht: In Lavsa sollte man unbedingt an eine der offiziellen Nationalpark-Bojen gehen oder weit genug vom Ufer entfernt ankern. Die Bojen sind mit schweren Betonblöcken am Grund verankert, die auch einer Šćija standhalten. • Ankerleine: Wenn man ankert, sollte man in Lavsa immer mit ausreichend Kette/Leine liegen und niemals zu kurz "stag" anbinden, damit das Boot das plötzliche Steigen des Wasserspiegels ausgleichen kann. • Wetterbeobachtung: Eine Šćija kündigt sich oft durch eine unnatürliche Ruhe und einen merkwürdig verfärbten Himmel an. Wenn das Wasser plötzlich ohne Wind anfängt, aus der Bucht "hinauszulaufen", ist höchste Vorsicht geboten.
Fazit: Die Šćija in Lavsa ist Naturkino pur, kann aber teuer werden, wenn man zu flach ankert. Wer sieht, dass das Wasser plötzlich verschwindet: Keine Panik, aber sorgt dafür, dass eure Leinen Spiel haben und ihr nicht auf Felsen aufsetzt. Es ist eines der mysteriösesten Phänomene der Kornaten!
In unserem Kroatien-Forum finden Sie umfassende Informationen über Urlaub und Ferien in Kroatien sowie passende Ferienwohnungen, Hotels, Apartments und Ferienhäuser für den Kroatienurlaub.