Zitat von Thofroe im Beitrag #120Wenn es so ist, dass der eingespeiste Strom mit dem bezogenen Strom verrechnet wird, dann wäre das ja genial.
Ja, das ist angeblich so, aber die Sache hat zwei Haken. Erstens kassiert die HEP die monatliche Grundgebühr weiter und verrechnet sie nicht mit der Einspeisung und zweitens wird das, was man einspeist, geringer verrechnet als das, was man verbraucht. Wenn man nicht ganzjährig vor Ort ist, könnte man beim Verbrauch tatsächlich auf Plusminus Null kommen, aber eben nur beim Verbrauch.
Nun ist der Strom in Kroatien (noch !!!) wesentlich preisgünstiger als in Deutschland. Wenn uns Corona nicht gerade ausbremst, nutzen wir unser Haus ungefähr die Hälfte des Jahres, auch im Winter, und obwohl im Winter die Heizung und im Sommer die Klimaanlage auf Strom laufen, kommen wir nur auf durchschnittlich 50 Euro Stromkosten pro Monat. Eine ausreichend dimensionierte Solaranlage kostet aber mindestens 15.000 €, wahrscheinlich mehr. Jetzt rechnen wir mal: bei 600 Euro Ersparnis im Jahr und 15.000 Euro Investitionskosten dauert es 25 Jahre, bis sich die Anlage amortisiert. Und bei dieser Rechnung habe ich die bleibende Grundgebühr noch gar nicht berücksichtigt.
Ob sich das Ganze als Investition in die Zukunft rechnet, das kommt nicht zuletzt darauf an, wie sich die Energiekrise künftig entwickelt. Wenn ich heute 30 wäre und das nötige Kleingeld hätte, würde ich's schon allein im Interesse der Umwelt machen. Ich bin aber keine 30 mehr, und mit meinem Kleingeld ist das auch so 'ne Sache.
Da stimmt dann aber etwas nicht. Ich bin ja auch Bestandskunde bei HEP, und bei mir wurde der Preis zum 01.04. um gerade mal 17 % erhöht. Das tut mir nicht weh, den kroatischen Sozialrentnern schon...
Möglicherweise gibt es Unterschiede zwischen gewerblichen und privaten Kunden? Ich hab keine Ahnung. Ich gehe aber davon aus, dass sie mir keine Märchen erzählt.
Das stimmt, gewerbliche Kunden zahlen mehr - aber so viel? Keine Ahnung!
Falls es andere Häuslebauer interessiert: hier sind die aktuellen Strom-Verbrauchswerte für unseren Zweipersonenhaushalt mit gelegentlichem mehrwöchigen Familienbesuch in Kroatien. Weil wir wegen Corona seit 2020 nur selten dort waren, nehme ich mal die Zahlen aus 2019. Damals haben wir rund 3.500 KW verbraucht (zum Vergleich: in Deutschland rechnet man für zwei Personen im Durchschnitt laut Verivox mit 2.500 KW; wenn wie bei uns in HR Heizung und Klima über Strom laufen, verbraucht man (wie wir) mehr.
2019 haben wir in HR für 3529 KW Strom unter dem Strich 3791 Kuna bezahlt, monatlich also rund 42 Euro. In Deutschland zahle ich bei einem ähnlichen Verbrauch (bis jetzt noch!) 88 Euro monatlich, also mehr als das Doppelte.
Die Tatsache, ob sich der Bau einer Solaranlage finanziell lohnt, hängt wesentlich von den Strompreisen und von möglicherweise gezahlten Einspeisevergütungen ab. Mei letzter Kenntnisstand war der, dass in Kroatien die Preise für eine Photovoltaikanlage ähnlich wie in Deutschland waren. Da aber die Strompreise in Kroatien deutlich niedriger waren, machte somit der Bau einer PV-Anlage weniger Sinn. Das gleiche galt für einen möglichen Stromspeicher.
Inzwischen sind die Preise für Solarmodule deutlich gefallen und noch heftiger die Preise für Stromspeicher. Auch Balkonkraftwerke bekommt man inzwischen zu Preisen, die man noch vor einem Jahr nicht für möglich gehalten hätte. Ein Freund von mir hat gerade ein Balkonkraftwerk mit 4 Modulen mit einer Leistung von 2000 Watt, Wechselrichter und einem Stromspeicher mit einer Kapazität von 2 kWh für 622 Euro gekauft.
Weiß jemand, wie sich der Preisrückgang in Kroatien auswirkt? Somit dürfte sich doch nun eine solche Anschaffung auch in Kroatien richtig lohnen, zumal der Stromverbrauch gerade in den Sommermonaten hoch ist, weil Klimaanlagen laufen, wenn die Stromausbeute ebenfalls hoch ist. In Deutschland ist das leider umgekehrt. Im Sommer kann man den erzeugten Strom kaum selbst verbrauchen und im Winter, wenn eine Wärmepumpe läuft, gibt es nur mickrigen Ertrag. Welche Regelung gilt in Kroatien für Balkonkraftwerke?
Hallo Thomas, in HR gibt es immer noch keine gesetzlichen Vorgaben bezüglich Balkonkraftwerk 😂. Solange du keinen Überschuss einspeist ist alles im „Graubereich“ und wird geduldet. Dennoch wird empfohlen den Netzbetreiber über das Vorhaben zu informieren, was aber m.W.n. nicht kommentiert/beantwortet wird. Ich kenne nur Leute mit großen Anlagen, welche offiziell über das reguläre Verfahren aufbauen lassen haben. Aktuell stecke ich auch mitten im Prozess. Es gab allerdings Probleme mit dem schwammig formulierten Angebot des Anbieters, wo sich dann am Tag des Aufbaus herausstellte, dass keine vorab kommunizierten und zugesagten Optimierer dabei waren und ich habe alles gestoppt. Nun warte ich nach Klärung und Anpassung auf den neuen Aufbautermin (eigene Anreise, Wetter, Feiertage, …). Auf unserer Plantage haben wir eine kleine Anlage (Victron) mit 8kw Speicher und sechs Modulen installiert. Damit steuern wir die gesamte Bewässerung (Brunnen + Sandfilter) von über 200 jungen Obstbäumen und weiteren Bepflanzungen auf 3000qm, und wir haben immer ausreichend Kapazitäten für Klimaanlage, Kühlschrank, Licht und Musikanlage, sowie elektr.Werkzeug, Damit sind wir zu 99% autark und können dort machen was wir wollen, egal wo wir uns aufhalten ☺️.
Danke für deine Antwort. Bekommt man denn bei einer offiziellen Errichtung einer größeren PV-Anlage in Kroatien eine Einspeisevergütung oder Fördermittel für den Bau?
Die Optimierer sind wichtig, wenn man teilweise Schatten auf den Modulen hat, denn dann bricht ohne Optimierer die Leistung merklich zusammen. Ich habe noch eine ältere PV-Anlage, die errichtet wurde, als es noch keine solche Optimierung gab. Im Frühjahr und Herbst, wenn die Sonne tiefer steht, sind an einer Ecke 3 Module leicht verschattet. Das reicht, dass sich die gesamte Stromausbeute während dieser Zeit mindestens halbiert.
Genau das ist es ja, und dem Anbieter ist es egal wenn regelmäßig die Beschwerden reinkommen. Gekauft wie bestellt, Pech gehabt. Und es werden Systeme verkauft die nicht nachrüstbar sind. Für Fördermittel gab es m.W.n. zwei Ausschreibungen für Privathaushalte. Die letzte war im Feb‘25 !?!? Aktuell sind keine neuen angedacht. Das Gesetz zur Einspeisevergütung wurde zum 01.01.2026 geändert, sodass für alle neuen Anlagen keine Gelder mehr verrechnet werden.
Ich vergaß ausdrücklich zu erwähnen, dass Optimierer bei PV-Anlagen keinen Sinn machen, wenn die Module nicht oder nur kurz verschattet sind. Dann steht der geringe Mehrertrag in keinen sinnvollen Verhältnis zu den Mehrkosten beim Bau der Anlage.
Nach meiner Kenntnis können theoretisch alle PV-Anlagen nachträglich mit PV-Optimierern nachgerüstet werden. Da aber jeweils ein Gerät unter ein Modul in den Stromkreis eingebunden werden muss, müssten alle Platten runter und dann neu verkabelt werden. Das macht wirtschaftlich keinen Sinn, es sei denn, man bastelt selber. Wenn man wegen Verschattung eine Optimierung benötigt, dann sollte diese gleich der Installation der Solaranlage mit installiert werden. Wunder darf man allerdings von diesen Geräten nicht erwarten, daher sollte man genau prüfen, wie hoch die Mehrkosten dafür sind und dann entscheiden, ob man diese zusätzliche Investition tätigen möchte. Wenn noch Platz auf den Dach sein sollte, könnte man beispielsweise lieber zusätzliche PV-Module installieren oder das übrige Geld in einen größeren Stromspeicher stecken. Zu Zeiten hoher Speicherpreise hat man als Faustformel gesagt, dass eine optimale Speichergröße 1 kWh Speicher 1 kWh Peak der Solaranlage entsprechen sollte. Mit anderen Worten bei einer PV-Anlage mit 8 kWh Peak sollte man einen Speicher mit einer Kapazität von 8 kWh installieren. Vor ein paar Jahren wäre man dafür locker 8.000 Euro und mehr los. Somit war in Deutschland eine solche Investition eigentlich sinnlos, da sich ein solches Gerät niemals amortisiert hätte. Bei den niedrigeren Strompreisen in Kroatien wäre das noch schlimmer. Inzwischen sind die Speicherpreise extrem gefallen. Daher macht es Sinn darüber nachzudenken, insbesondere dann, wenn man keine Einspeisevergütung bekommt. Dann sollte man nämlich den Eigenverbrauch so hoch wie möglich gestalten. Bei einen Neubau einer PV-Anlage ist es wichtig, dass der Wechselrichter den Anschluss eines Stromspeichers ermöglicht. Bei der Wahl der Größe des Speichers sollte man schauen, wieviel Strom die PV-Anlage erzeugen kann und wieviel Strom man täglich verbraucht. Ach die Zeiten des Verbrauchs sind nicht unwichtig, denn tagsüber kann man ja gleich den erzeugten Strom verbrauchen. Aber wenn es dunkel wird, wird nichts mehr erzeugt. Dann müsste man auf die Batterie zurückgreifen. Bei mir ist es so, dass der Füllstand der Batterie nachts zwischen 35 und 40 % absinkt. Richtige Formeln für die Berechnung habe ich nicht gefunden somit ist etwas Bauchgefühl gefragt. Ich habe eine PV-Anlage mit 7,1 kWh Peak und habe im August des letzten Jahres einen Stromspeicher mit einer Nennleistung vom 20 kWh nachgerüstet. Ich ging zunächst davon aus, dass ich etwas großzügig dimensioniert habe. In der Praxis hat sich dann aber gezeigt, dass die Größe für mich genau richtig ist. Im Sommer bin ich nun weitestgehend autark, denn ich beziehe nur noch rund 5 kWh pro Woche aus dem öffentlichen Netz. Auch ein paar Regentage kann ich gut überbrücken. Das Blatt wendet sich komplett mit Beginn der Heizperiode. Durch meine 2 Wärmepumpen steigt der Strombedarf deutlich an und die Erzeugung geht zurück. Durchschnittlich habe ich bis Ende Dezember nur noch rund 40 kWh pro Woche produziert. Der größte Teil wird dann auch gleich direkt verbraucht. Was in die Batterie fließt, um später wieder genutzt zu werden, ist zu vernachlässigen. Nun erwarte ich mit großer Neugier, ab wann sie wieder etwas tut. Vermutlich wird das ab Mitte März der Fall sein. Da ist die Heizperiode bei uns zwar noch nicht vorbei, aber der Ertrag der PV-Anlage steigt bereits an. Noch einen Aspekt kann man bei einen Stromspeicher berücksichtigen. Es gibt Wechselrichter, die sind notstromfähig. Das bedeutet, bei einem Netzausfall schaltet der Wechselrichter in Millisekunden auf einen Bezug aus der Batterie um. Ich konnte das ausgiebig testen, denn auf Grund eines anfangs noch bestehenden elektrischen Problems hat bei mir fast täglich der Haupt-FI-Schutzschalter ausgelöst. Somit war der Strombezug aus dem öffentlichen Netz unterbrochen. Den Umschaltvorgang habe ich nicht bemerkt. Noch ein toller Nebeneffekt: Die PV-Anlage produziert weiter Strom. Normalerweise ist das nicht mehr der Fall, sobald das Netz ausfällt. Ist das Netzt wieder da, schaltet der Wechselrichter wieder automatisch zurück. Nun stellte sich mir noch die Frage, was passiert denn, wenn die Batterie voll ist und die PV-Anlage somit mehr Strom produziert, als gerade benötigt wird. Die Praxis hat gezeigt, es passiert gar nichts, denn die alten Wechselrichter regeln ihr Leistung automatisch herunter. Wenn ich etwas aufpasse und nicht gerade zu einen unpassenden Zeitpunkt mein Auto lade, könnte ich somit über den Sommer ohne öffentliches Netz auskommen. Stromausfälle sind somit kein Thema mehr für mich. Nun im Winter klappt das leider nur eingeschränkt, denn dann reicht die Leistung der PV-Anlage nicht mehr, um meinen Bedarf zu decken. Ich kenne auch einige Leute, die sagen, dass Stromausfälle so selten sind, dass sie kein Geld dafür ausgeben würden, um dagegen Vorsorge zu treffen. Das habe ich auch nicht getan. Ich habe mich nur für ein passendes Gerät entschieden, welche diese Funktion integriert hat.
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